Rückkehr der Volatilität „Die Anleger unterliegen einem Trugschluss“

Tom Pansegrau: „Anleger sollten sich nicht von Panikmache beeinflussen lassen“.  | © 7Orca AM

Tom Pansegrau: „Anleger sollten sich nicht von Panikmache beeinflussen lassen“. Foto: 7Orca AM

private banking magazin: Die Volatilität ist zurück: Ist das aus Ihrer Sicht ein Vorzeichen für eine grundlegende Korrektur oder wieder nur Fehlalarm?

Tom Pansegrau: Nach einem sehr ruhigen Vorjahr 2017 ist die Volatilität in der Tat insbesondere am Aktienmarkt im ersten Halbjahr 2018 deutlich angestiegen. Besonders der Februar 2018 stellte einen wirklich signifikanten und globalen Volatilitätsanstieg dar. Die Achterbahnfahrt in diesem Monat war für viele Investmentstrategien eine Herausforderung. Vielleicht war diese Korrektur überfällig.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen, des politischen Handelsstreits und des drohenden Ausstieges aus der Niedrigzinspolitik steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Rezession bevorstehen könnte. Diese Nervosität spiegelt sich zum Teil in einem höheren Volatilitätsniveau wider. Eine Vorhersage über wirtschaftliche Auf- oder Abschwünge zu treffen ist weniger schwer als diese zeitlich genau zu timen. Dies ist nahezu unmöglich.

In unserem Investmentansatz agieren wir daher stets prognosefrei. Für uns ist nicht die Marktrichtung entscheidend, sondern die Intensität von Marktbewegungen.

Was gilt es aus Anlegersicht konkret zu tun?

Pansegrau: Anleger sollten sich nicht von Panikmache beeinflussen lassen. Für medienwirksame Aufmerksamkeit werden oft und übereilt negative Marktszenarien heraufbeschworen. Anleger sollten vielmehr auf ein durchweg diversifiziertes Portfolio achten. Konzentrierte Portfolios sind deutlich anfälliger für Marktkorrekturen. Klassische Aktieninvestments sind nicht die einzige Alternative auf der Suche nach Rendite im noch immer vorherrschenden Niedrigzinsumfeld. Investoren sollten sich vermehrt alternativen Anlageklassen öffnen.

Die Entwicklung im Asset Management in den letzten Jahren hat interessante und kostengünstige Anlagemöglichkeiten für Investoren hervorgebracht. Einen Baustein in der Asset Allokation sollten Absolute-Return-Strategien einnehmen. Damit halten sich Anleger die Möglichkeit offen, auch in einer andauernden Rezession eine positive Performance zu erzielen. Besonders Augenmerk sollte auf ein krisenresistentes Rendite-Risiko-Profil im Portfolio gelegt werden.

Wie reagieren die Anleger tatsächlich auf die Entwicklung?

Pansegrau: Mir begegnen oft zwei Verhaltensmuster. Es gibt Anleger, die aktiv auf der Suche nach Diversifikation – insbesondere Renditediversifikation – sind. Erste Wahl sind jedoch oft illiquide Anlagen wie Immobilien, Venture Capital und Private Equity. Diese bieten noch eine Renditemöglichkeit, nämlich durch die Liquiditätsprämie, beinhalten aber auch erhöhte Konzentrationsrisiken. Es gibt allerdings auch interessante liquide Investmentalternativen.