Aurubis hat einen neuen Großaktionär: Die Rossmann Beteiligungs GmbH hält mittlerweile über 15 Prozent der Anteile am börsennotierten Kupferkonzern. Hinter dem Unternehmen steckt das Single Family Office von Dirk Roßmann, der die Drogeriekette Rossmann aufgebaut hat und noch immer die Mehrheit an ihr hält. Schon im Juni begann Roßmanns Beteiligungsgesellschaft damit, sich Anteile an Aurubis zu sichern.
Am 8. Oktober veröffentliche Aurubis dann eine Stimmrechtsmitteilung, nach der die Beteiligungsgesellschaft von Roßmann über Put-Optionsscheine und Knock-out-Zertifikate weitere Aurubis-Anteile gekauft hat. So hält das Family Office 7,72 Prozent der Stimmrechte direkt und weitere 7,50 Prozent über andere Instrumente wie die genannten Optionen. Bei einem Aktienkurs von 64,55 Euro errechnet sich für ein Aktienpaket von 15 Prozent der Anteile ein Wert von 435 Millionen Euro.
Übernahme-Ambitionen unklar
Laut Medienberichten handelt auch Goldman Sachs derzeit verstärkt mit Aurubis-Optionen. So schreibt das „Manager Magazin“, dass es sich um zwei Pakete handele, die insgesamt 22 Prozent der Aurubis-Anteile ausmachen würden. Sollte Rossmann auch diese Pakete übernehmen, käme sein Family Office schnell einer Mehrheit an Aurubis nahe. In der Vergangenheit hatte Rossmann aber betont, seine Aktienkäufe seien eine reine Finanzinvestition.
Aurubis war jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil ehemalige Mitarbeiter durch Betrug und Diebstahl einen Millionenschaden verursacht haben sollen. In der Folge tauschte Aurubis auch in der Führungsebene durch. Größter Aktionär von Aurubis ist die Salzgitter AG mit einem Anteil von etwas unter 30 Prozent und damit knapp unter der Schwelle für ein Pflichtangebot an die üblichen Aktionäre. Inwieweit einer der Großinvestoren wirklich anstrebt, den Kupferkonzern komplett zu übernehmen, scheint unklar. In der Öffentlichkeit äußerten sich etwa Rossmann und auch die Salzgitter bisher zurückhaltend, auch Goldman Sachs wollte sich nicht zu den Aktienpaketen äußern.
