Rollverluste minimieren Optimierte ETFs für den Rohstoff-Aufschwung

Tagebau in Carajas. Die brasilianische Eisenerzmine ist eine der größten Eisenerztagebauflächen der Welt. | © Getty Images

Tagebau in Carajas. Die brasilianische Eisenerzmine ist eine der größten Eisenerztagebauflächen der Welt. Foto: Getty Images

Nach einem mehrjährigen Abwärtstrend scheinen die Rohstoffmärkte seit Anfang 2016 ein Turnaround geschafft zu haben. Seitdem entwickeln sich die breiten Rohstoffindizes – wenn auch unter hoher Volatilität – wieder nach oben. Von der 2008er Spitze sind sie allerdings noch weit entfernt und auch das Niveau von 2014, bevor die erneute Abwärtsfahrt begann, ist noch lange nicht erreicht. Es bestehen aber gute Chancen, dass sie ihren Weg dorthin fortsetzen.

Auch die Nachfrage nach Rohstoffinvestments ist wieder angezogen. In einem Umfeld, in dem die Indikatoren auf steigende Inflation hinweisen, gelten Rohstoffe als natürliche Absicherung. Das hat der Anlageklasse schon in den vergangenen sechs Monaten kräftige Zuflüsse beschert.

Zu Anfang des Jahrhunderts bis zur Finanzkrise galten Rohstoffe als ein Must-have im Portfolio. Nach dem starken Einsturz verloren sie für viele Investoren ihre Daseinsberechtigung. Als Baustein im Anlagemix leisten sie aber nach wie vor einen wichtigen Diversifikationsbeitrag – und zuletzt haben sie auch wieder die Performance gesteigert.

Rohstoffe im Aufwind – aber nicht alle

Allerdings sind nicht alle Rohstoffe vom Aufschwung betroffen. Die Einflussfaktoren auf die Preise sind zu unterschiedlich für eine einheitliche Entwicklung. Der Zinkpreis hat 2016 beispielsweise um 57 Prozent zugelegt, auch Zinn ist fast um 50 Prozent teurer geworden. Dafür hat der Kakaopreis um mehr als 30 Prozent nachgegeben, und der Weizenpreis ist im vergangenen Jahr um ein gutes Viertel gesunken.

Investoren, die keine ausgewiesenen Rohstoffexperten sind, sollten daher eher auf breit gestreute Rohstoffindizes setzen, zum Beispiel über Exchange Traded Funds (ETFs). Aber auch hier kommt eine Besonderheit von Rohstoffinvestments zum Tragen: die Gefahr von Rollverlusten, die steigende Rohstoffpreise in Gesamtverluste wandeln können.

Da sich kein Investor ein Öl- oder Weizenlager anlegen will, muss er über Futures in Rohstoffe investieren. Ein solcher Terminkontrakt legt den Kauf oder Verkauf eines Rohstoffs zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem fixen Preis fest. Spätestens kurz vor Fälligkeit eines Kontrakts muss der Investor ihn verkaufen und einen neuen kaufen, wenn er die physische Ware nicht geliefert haben will. Diesen Vorgang nennt man Rollen, dabei können Rollgewinne oder Rollverluste entstehen.

Wer solche Verluste vermeiden oder zumindest minimieren will, sollte sich die Futures-Kurven der einzelnen Rohstoffe genau anschauen und die Chancen der Kontrakte mit unterschiedlichen Fälligkeiten gegeneinander abwägen.

Bei den klassischen Rohstoffindizes spielt dieser Faktor allerdings keine Rolle. Hier wird üblicherweise jeden Monat in den Future des nächsten Monats gerollt. Der November-Future wird also kurz vor Fälligkeit verkauft und aus diesem Erlös der Dezember-Future gekauft. Wenn dieser teurer ist, macht der Investor automatisch Rollverluste.