Rohstoff-Experte von BNP Paribas Nickel mit Sonderkonjunktur

Die Nickelnachfrage kann 2018 noch weiter steigen: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas | © Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Die Nickelnachfrage kann 2018 noch weiter steigen: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas Foto: Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Unter den Industriemetallen sieht die Preisentwicklung von Nickel nicht gerade spektakulär aus. Rund zwölf Prozent legte der weiß-silberne Rohstoff 2017 zu. Kupfer, Blei und Zink, selbst Aluminium erreichten dagegen ein Kursplus von 20 Prozent und mehr. Ende 2018 könnte Nickel bei der Preisentwicklung jedoch in der Spitzengruppe zu finden sein. Bisher hängt die Nachfrage insbesondere von der Stahlindustrie ab, hier wiederum besonders von China. Gemäß Daten der International Nickel Study Group sind 2017 rund zwei Drittel der Nachfrage auf die Herstellung von rostfreiem Stahl verwendet wordendurch die Zugabe von Nickel zurückzuführen.

Wegen der hohen Nachfrage bei zugleich beschränktem Angebot ist in den vergangenen Monaten die Lagerhaltung stark zurück gegangen.–. Dieser Trend scheint noch nicht vorbei zu sein. Die gute Weltkonjunktur dürfte weiterhin die Stahlproduktion unterstützen und somit auch die Nickelnachfrage. Große Rohstoffproduzenten rechnen für 2018 daher mit einem Defizit von 140.000 Tonnen am Nickelmarkt . Für das laufende Jahr  dürfte das Defizit sogar 170.000 Tonnen betragen. Für einen Markt mit einem Fördervolumen von insgesamt nur zwei Millionen Tonnen pro Jahr ist dies ein beträchtliches Ungleichgewicht.

Zwar dürfte auf der Angebotsseite durch eine wieder verstärkte Exporttätigkeit Indonesiens und möglicherweise auch der Philippinen etwas mehr Nickel auf den Weltmarkt kommen. Zudem hilft der technologische Fortschritt im Bergbau, auch Nickelvorkommen mit niedrigeren Metallgehalten im Gestein wirtschaftlich zu erschließen. Doch zumindest letzteres ist eher längerfristiger Natur. Eine echte Entspannung auf dem Nickelmarkt dürfte 2018 daher wohl nicht eintreten.

Längerfristig sind die Aussichten für Anleger ohnehin gut, denn Nickel dürfte eine Sonderkonjunktur erleben. Auch hier spielt der technologische Fortschritt eine Rolle – doch diesmal beim Bau von Akkumulatoren für Elektrofahrzeuge. Batterien auf Nickelbasis haben ein geringeres Gewicht bei gleichzeitig höherer Energiedichte. Die Nickelnachfrage aus der Batteriebranche dürfte daher nach und nach ansteigen und könnte bis 2025 sogar 500.000 bis 600.000 Tonnen im Jahr erreichen. Der Nickelpreis sollte in diesem Fall deutliche Stärke zeigen. An der Preisentwicklung können risikoorientierte Anleger zum Beispiel über rolloptimierte Exchange Traded Commodities (ETCs) partizipieren.

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