Rohstoff-Experte von BNP Paribas Kupfer als Konjunkturmetall

Das geringere Angbot auf dem Kupfermarkt 2019 könnte Nährboden für steigende Metallpreise sein, so Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas.

Das geringere Angbot auf dem Kupfermarkt 2019 könnte Nährboden für steigende Metallpreise sein, so Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas.

Kupfer gilt als Konjunkturmetall schlechthin, wird es doch insbesondere beim Bau von Immobilien und Infrastrukturprojekten im Bereich der Stromversorgung verwendet. Legt die Weltwirtschaft kräftig zu, wird daher auch Kupfer reger nachgefragt. Stottert die Konjunktur, halten sich die Käufer zurück. Diese Zurückhaltung war auch in den vergangenen Wochen zu beobachten. Der Kupferpreis verlor seit seinem Hoch am 7. Juni bei 7.330 US-Dollar je Tonne gut 15 Prozent.

Grund für die aktuelle Kupferschwäche ist zum einen die jüngste Schätzung der International Copper Study Group (ICSG). Demnach dürfte der Kupfermarkt 2018 durch einen leichten Angebotsüberschuss von 40.000 Tonnen gekennzeichnet sein. Zum anderen wächst die Furcht der Marktteilnehmer, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte. Als wichtigster Indikator für diese Annahme wird die momentan sehr flache Zinsstrukturkurve in den USA herangezogen.

Der Renditeunterschied beläuft sich derzeit gerade einmal auf einen viertel Prozentpunkt. Einige Analysten sehen sogar die Gefahr einer inversen Zinsstruktur. Das heißt, die Zinsen kurzlaufender Anleihen würden über die Verzinsung langlaufender Anleihen steigen. In vergangenen Zyklen war eine inverse Zinsstruktur in der Regel ein Indikator für eine nahende Rezession.

Doch ist längst ist nicht gesagt, dass es soweit kommt. Die Zinsstruktur ist zwar flach, aber das gesamte Zinsniveau ist deutlich niedriger als in den vorherigen Zyklen. Sollten zudem die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China und der Europäischen Union weniger stark eskalieren als zuletzt befürchtet, dürften die Rezessionsängste ebenfalls wieder abnehmen.

Zusammen mit  der Prognose der ICSG, der zufolge das Angebotsdefizit am Kupfermarkt im kommenden Jahr 330.000 Tonnen betragen kann, wäre dies ein guter Nährboden für steigende Metallpreise. Als Depotbeimischung könnten sich rolloptimierte Exchange Traded Commodities (ETC) auf Kupferbasis als langfristig lohnend herausstellen.