Rohstoff-Experte von BNP Paribas Konjunkturgewinner Kupfer

Die Nachfrage nach Kupfer ist robust: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas

Die Nachfrage nach Kupfer ist robust: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas

Mitte Februar legte US-Präsident Donald Trump ein 55 Seiten starkes Dokument über seine Pläne zur Stimulierung der Infrastrukturinvestitionen in den USA vor. Brücken, Wasserleitungen, Straßen, Schulen – für die Modernisierung der teils stark veralteten US-Infrastruktur werden nach einer Schätzung der American Society of Civil Engineers insgesamt 4,59 Billionen US-Dollar bis 2025 benötigt. Die aktuellen Pläne der US-Regierung sehen ein Investitionsvolumen von immerhin 1,5 Billionen Dollar vor, wobei der größte Teil von der Privatwirtschaft finanziert werden soll.

Für die Nachfrage nach Rohstoffen sind Infrastrukturmaßnahmen immer zuträglich. Stahl und Beton werden insbesondere gebraucht. Und nicht zu vergessen: Kupfer, das wohl wichtigste Metall unserer Zivilisation. Nicht umsonst gilt das rötliche Metall als Konjunktur-Barometer. Kupfer wird in Gebäuden, in der Energieinfrastruktur, aber auch in Maschinen und Fahrzeugen verbaut. Werden Investitionen angeschoben, wirkt sich dies auch auf den Absatz von Kupfer positiv aus.

Die weltweit gute Konjunktur unterstützt ohnehin bereits den Kupferabsatz. In den ersten elf Monaten 2017 stieg die Kupfernachfrage zwar nur um 0,6 Prozent, wie die jüngsten Zahlen der International Copper Study Group (ICSG)zeigen. Da jedoch die weltweite Kupferminenproduktion im Gesamtjahr um 2,4 Prozent geschrumpft ist, ergibt sich 2017 wohl ein Marktdefizit von rund 195.000 Tonnen, so die ICSG. Für das laufende Jahr gab der Internationale Währungsfonds beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum mit 3,9 Prozent an. Das lässt weiterhin auf eine robuste Nachfrage nach Kupfer schließen. Auch wenn die Minenproduktion 2018 leicht steigen könnte, dürfte der Kupferpreis gut unterstützt bleiben, sofern es nicht wie 2017 streik- und wetterbedingt zu unerwartet hohen Förderausfällen kommt.

Investoren, die den Rohstoff Kupfer als Beimischung in ihr Depot nehmen wollen, können dies vergleichsweise günstig mit Exchange Traded Commodities (ETCs). Rolloptimierte und währungsgesicherte Varianten sind hier besonders zu beachten. Denn derzeit ist der Kupfermarkt in einer Contango-Phase – der aktuell an der Börse notierte Kupferpreis liegt also niedriger als der Preis des Metalls an den Terminmärkten. Mit Kupfer-Futures – darauf basieren auch die ETCs –, die immer wieder in die nächstfälligen Kontrakte getauscht werden, entstünden bei gleichbleibendem Kupferpreis und ohne Optimierung somit größere Rollverluste. Das muss nicht sein.

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