Rohstoff-Experte von BNP Paribas Keine Angst vor Inflation

Sieht in der steigenden Inflation, mehr Chancen als Risiken für Rohstoffinvestoren: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas | © Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Sieht in der steigenden Inflation, mehr Chancen als Risiken für Rohstoffinvestoren: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas Foto: Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Mitte September steht der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf der Agenda. Unsere Analysten erwarten bei dieser Fed-Sitzung zwar keine Anhebung der Leitzinsen, doch der Trend steigender Zinsen ist bereits vor Monaten von den US-Währungshütern vorgegeben worden. Dass kein allzu großer Drang zu höheren Leitzinsen besteht, kann darauf zurückgeführt werden, dass die Konsumentenpreise nur langsam anziehen. Aufgrund des robusten Arbeitsmarktes rechnen die Analysten im Verlauf des Jahres 2018 mit einer anziehenden Inflation und weiteren Zinsschritten.

Für Investoren sind Zinserhöhungen und eine steigende Inflation wie ein rotes Tuch. Denn nach landläufiger Meinung gehen mit steigendem Leitzins auch Verluste an den Börsen einher. Das lässt sich so aber nicht verallgemeinern. Beim Blick auf die Zinszyklen seit dem Jahr 1990 ergibt sich ein überraschend klares Bild: Als in den USA von 1994 bis 1995 der Leitzins von drei auf sechs Prozent angehoben wurde, begann der Bloomberg Rohstoffindex, kräftig zu steigen. Bis Anfang 1997 stieg er um mehr als 40 Prozent. Als in den Jahren 2004 bis 2006 der Leitzins um gut vier Prozentpunkte anzog, war das Bild ähnlich: der Rohstoffindex verdoppelte sich in etwa.

Auch heute scheint der Bloomberg Rohstoffindex seinen Boden bereits gefunden zu haben und wieder nach oben zu drehen. Dies passt auch ins Bild, denn die Notenbanken werden in der Regel die Leitzinsen nur erhöhen, wenn die Konjunktur gut läuft. In einer florierenden Wirtschaft werden wiederum Rohstoffe stärker nachgefragt. Das treibt die Preise für Industriemetalle, Energieträger und selbst Edelmetalle in die Höhe.

Diese Entwicklung wiederum heizt die Inflation an. Anhand von Daten des Nachrichtendienstes Bloomberg ist für den Zeitraum von 1992 bis heute zu erkennen, dass insbesondere Kupfer neben den Energieträgern eine gute Absicherung bei steigenden Inflationsraten darstellt. Mit jedem Prozentpunkt weiterer Geldentwertung ist der Kupferpreis um rund 18 Prozent gestiegen. Industriemetalle insgesamt kamen auf gut zwölf Prozent, wohingegen Gold nur um 5,2 Prozent zulegen konnte. In diesem Sinne: Keine Angst vor Inflation.

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