Rohstoff-Experte von BNP Paribas Geschenk und Wertanlage

Gold hat trotz diverser anderer Trends eine Daseinsberechtigung: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas | © Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Gold hat trotz diverser anderer Trends eine Daseinsberechtigung: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas Foto: Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Bei einem Blick auf die Schlagzeilen der Finanzpresse kann man dieser Tage schnell den Eindruck bekommen, Gold hätte angesichts von Bitcoin und anderen Krypto-Währungen ausgedient. Einige Börsenexperten betitelten das gelbe Metall auch bereits als Relikt aus vergangener Zeit. Dennoch: Der Preis des Edelmetalls hat sich allen Widrigkeiten zum Trotz stabil gehalten. Seit Jahresanfang kletterte die Goldnotierung von 1152 US-Dollar auf knapp 1300 US-Dollar je Feinunze. Das ist ein Plus von mehr als zwölf Prozent. Doch hier kommt der Wermutstropfen für Anleger aus dem Euroraum: Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar deutlich auf. Das bedeutet, dass in Euro gerechnet der Goldpreis nun wieder bei lediglich rund 1090 Euro, wie Anfang des Jahres, notiert.

 Viel hängt also vom Dollar-Kurs ab. Der handelsgewichtete Dollar-Index ist zuletzt auf ein mehrwöchiges Tief gefallen. Solange diese Tendenz bestehen bleibt, wird auch der Goldpreis in Dollar unterstützt. Zudem war in den vergangenen Wochen zu beobachten, dass jede Delle im Goldpreis binnen weniger Tage wieder ausgeglichen wurde. Dies spricht für ein nachhaltiges Kaufinteresse der Investoren.

Es passt zwar auf den ersten Blick nicht mit den Daten überein, die das World Gold Council jüngst veröffentlichte. Demnach fiel die Goldnachfrage mit 915 Tonnen im dritten Quartal 2017 auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren. Doch auf der anderen Seite kauften insbesondere Notenbanken weiter Gold zu, und auch in die börsennotierten Anlagen (ETFs und ETCs) flossen Investorengelder.

Diese Positionierung der Anleger auf dem Goldmarkt hat einen guten Grund. So hat eine Analyse des Nachrichtendienstleisters Bloomberg jüngst ergeben, dass das Beimischen von Gold in einem Portfolio tatsächlich die Rendite steigert. Dafür fällt die Volatilität jedoch etwas höher aus. Seit dem Jahr 1987 konnte eine Mischung aus 55 Prozent Aktien, 35 Prozent qualitativ hochwertiger Anleihen sowie zehn Prozent Gold ein Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen um durchschnittlich pro Jahr 0,55 Prozent abhängen. Über einen Zeitraum von 30 Jahren summiert sich dies beträchtlich. Ob Krypto-Währungen langfristig dasselbe zu leisten im Stande sind, müssen sie erst noch beweisen.

Bis dahin dürften Investoren gut damit fahren, Gold nicht nur als Geschenk unter den Weihnachtsbaum zu legen, sondern auch ihrem Portfolio etwas goldenen Glanz zu verleihen. Dazu gibt es neben der Direktanlage in das physische Metall diverse geeignete Anlagevehikel wie etwa währungsgesicherte ETCs. Letztere ermöglichen, das Risiko eines weiter schwachen Dollar abzufangen.

>>Hier gelangen Sie direkt zum Digitalen Portfolio-Manager