Rohstoff-Experte von BNP Paribas Der Motor brummt für Palladium

Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas: Palladium ist 2018 das erfolgreichste Edelmetall.

Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas: Palladium ist 2018 das erfolgreichste Edelmetall.

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur hat die Industriemetallpreise per Saldo ins Rutschen gebracht. Gold als Krisenwährung konnte auf der anderen Seite aufgrund des wiedererstarkten US-Dollars keine positiven Impulse setzen. Seit Jahresbeginn 2018 notieren die Metallpreise allesamt im Minus. Mit einer Ausnahme: Palladium.

Dieses Edelmetall hat vor wenigen Wochen sogar mit gut 1.185 US-Dollar je Unze (31,1 Gramm) eine neues Allzeithoch erreicht. Grund für die beachtliche Entwicklung ist die spezielle Verwendung des Metalls. Palladium wird als Katalysatormetall in der chemischen Industrie und insbesondere in Katalysatoren zur Abgasreinigung eingesetzt. Doch im Gegensatz zu Platin, das vor allem in Dieselmotoren nachgeschalteten Katalysatoren verwendet wird, findet sich Palladium in Katalysatoren für die Abgase aus Benzinmotoren. Immerhin stehen hierfür rund 84 Prozent der weltweiten Palladiumnachfrage. Diese dürfte 2018 gut zehn Millionen Unzen erreichen.

Palladium profitiert also von der aktuellen öffentlichen Diskussion um Dieselmotoren. Da weniger Diesel- und mehr Benzinfahrzeuge geordert werden, besteht auch ein größerer Bedarf an Palladium-Katalysatoren. Hinzu kommen immer striktere Emissionsrichtlinien insbesondere im größten Automarkt der Erde: China. Zum Einhalten dieser Vorgaben ist nach heutigem Stand der Technologie eine größere Menge des Edelmetalls als bislang in den Katalysatoren nötig. Aktuell werden etwa fünf Gramm im Katalysator eines Mittelklassewagens verbaut.

Sicherlich wird es zu Substitutionseffekten durch vermehrten Einsatz von Platin kommen, da Palladium derzeit deutlich teurer ist als Platin. Dennoch dürfte der Palladiumpreis durch die Nachfrage der Automobilindustrie weiterhin Unterstützung bekommen. Umso mehr da auch 2018 ein weiteres Jahr eine Angebotslücke geklafft haben dürfte. Bereits 2017 hatte das Defizit rund 800.000 Unzen betragen.