Rohstoff-Experte von BNP Paribas Aluminium-Preis überrascht die Experten

Glaubt auch weiterhin an den Rohstoff Aluminium : Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas | © Christian Scholtysik, Patrick Hipp

Glaubt auch weiterhin an den Rohstoff Aluminium : Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas Foto: Christian Scholtysik, Patrick Hipp

China behält die Schlüssel für die Entwicklungen auf vielen Rohstoffmärkten in der Hand. Dies war in den vergangenen Wochen wieder einmal eindrucksvoll festzustellen. Nachdem die Kredit-Rating-Agentur Standard & Poor‘s die Bonität des Landes um eine Stufe nach unten korrigierte, verloren insbesondere die Preise von einigen Industrierohstoffen wie Nickel, Kupfer und Eisenerz an Wert. Die Marktteilnehmer interpretieren in die Standard & Poor‘s-Analyse, dass Chinas Wirtschaft deutlich an Fahrt verlieren und damit die Rohstoffnachfrage nach unten gehen würde.

Doch es gibt auch ein Metall, das sich dieser Bewegung entziehen konnte: Aluminium. Noch in der ersten Jahreshälfte gingen die Experten von einem deutlichen Anstieg der weltweiten Kapazitäten zur Herstellung von Aluminium aus. Gemäß Daten des Nachrichtendienstleisters Bloomberg sollten rund 4,5 Millionen Tonnen an Kapazität allein 2017 hinzukommen. Das wäre eine Steigerung um sechs Prozent gegenüber 2016 gewesen. Ein Abrutschen des Aluminiumpreises war daher erwartet worden.

Heute ist Aluminium das Industriemetall mit der größten Wertsteigerung im laufenden Jahr. Satte 28 Prozent legte der Kurs zu, seit Mitte Juni allein schon rund 17 Prozent. Grund hierfür ist erneut China. Zwar wurde gemutmaßt, dass das Reich der Mitte 2017 den größten Teil des Kapazitätsaufbaus im Aluminiumsegment tragen würde. Doch die Regierung in Peking hat andere Sorgen: die Umweltbelastung.

Zur Verbesserung der Luftqualität werden dort vermehrt alte Aluminiumschmelzen geschlossen oder die Produktion zumindest zurückgefahren. Dadurch fiel der weltweite Ausstoß an Aluminium im August erstmals wieder unter fünf Millionen Tonnen. Dies führte zuletzt auch zu einem deutlichen Abbau der Lagerbestände an der London Metal Exchange.

Da gegen Ende des Jahres in China der nur alle fünf Jahre stattfindende Parteitag mit Wahlen der Führungsriege ansteht, wird vermutet, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität bestehen bleiben. Auf der anderen Seite bleibt die Nachfrage nach dem Leichtmetall weltweit hoch. Die robuste Weltwirtschaft kann hier für positive Impulse sorgen.

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