Insolvenzverfahren eröffnet Robo Advisor Cashboard vor dem Aus

Die Gründer des Berliner Robo-Advisor-Anbieters Cashboard (v.l.): Robert Henker, Marius Schulze, Stephan Henker und André Holdschick | © Cashboard

Die Gründer des Berliner Robo-Advisor-Anbieters Cashboard (v.l.): Robert Henker, Marius Schulze, Stephan Henker und André Holdschick Foto: Cashboard

Der 2014 gegründete Online-Vermögensverwalter Cashboard hat beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz eingereicht. Das geht aus einem Eintrag im Register für Insolvenzbekanntmachungen mit Datum vom 10. Mai hervor, auf den zuerst das Online-Portal „www.deutsche-startups.de“ in seinem Ticker hinwies.

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist den Angaben des Registereintrags zufolge Rechtsanwalt Torsten Martini. Wie es nach der Zahlungsunfähigkeit mit dem ersten Robo-Advisor Deutschlands weitergeht, ist bisher unklar.

Cashboard ist eigenen Angaben zufolge ein Fintech-Unternehmen, das Anlagevermittlung als gebundener Agent im Sinne des § 2 Absatz 10 Satz 1 Kreditwesengesetz (KWG) betreibt. Die Portfolios bietet Cashboard ausschließlich im Auftrag und als Haftungsdachnehmer der HPM Hanseatische Portfoliomanagement an, die über die dafür notwendige 32-KWG-Lizenz verfügt.

Die Kunden können ihr Geld bei Cashboard in drei Depots mit unterschiedlicher Risikoklasse anlegen, angepeilt wird dabei eine Zielrendite zwischen drei und sieben Prozent. Nach einem Algorithmus werden die entsprechenden Fonds ausgewählt.

Für Einlagen bis zu 10.000 Euro werden zwei Prozent Rendite im Jahr garantiert. Die Mindesteinlage beträgt 5.000 Euro. Kosten fallen nur an, wenn der Kunde Gewinne erzielt. In dem Fall verlangt Cashboard zehn Prozent Erfolgsbeteiligung.

Im Gegensatz zu anderen Online-Vermögensverwaltern wie Easyfolio oder Scalable Capital bietet Cashboard eigenen Angaben zufolge auch Tages- und Festgeld, ETFs und Crowdfunding an. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf vermögenden Sparern.

Bei Investoren stieß die Idee auf reges Interesse: Erst im Dezember 2016 erhielten die Gründer um die Brüder Robert und Stephan Henker in einer neuen Finanzierungsrunde mehr als drei Millionen Euro frisches Geld von Kapitalgebern.

An der Spitze der Investoren stand der Fonds Digital Space Ventures. Weiterhin beteiligten sich Redalpine Capital, Earlybird und 500 Startups, die bereits zuvor in das Berliner Unternehmen investiert hatten. Nicht darunter befand sich der Medienkonzern ProSiebenSat.1, ein Geldgeber der ersten Stunde von Cashboard.

Bevor die Gründer Cashboard ins Leben riefen, gingen sie 2010 mit Refind Investment Technologies an den Markt, eine Plattform für den automatisierten Handel. Dort konnten Anleger monatlich bis zu 10.000 Transaktionen tätigen mit einem Gesamtvolumen von mehr 30 Millionen US-Dollar.