Kapitaleffizienz Risikoübernahme durch SRTs – Ein Baustein moderner Kreditmärkte

Natascha Winberg von MUFG:

Natascha Winberg von MUFG: „Diese Strukturen ermöglichen es Banken, ihre Kapitalentlastungsziele individuell anzupassen, während Investoren die Form und Höhe des Risikos wählen können, die ihrem Mandat entspricht.“ Bildquelle: MUFG

Significant Risk Transfers (SRTs) dienen Banken dazu, Ihre mit Kreditportfolios verbundenen Kreditrisiken auf Drittinvestoren zu übertragen. Institutionelle Anleger investieren dank Kombination aus individueller Risikopositionierung, regulatorischer Sicherheit und der Aussicht auf Renditen, da der Markt derzeit noch mit einem Aufschlag im Vergleich zu CLOs (Collateralized Loan Obligation oder zu Deutsch besicherte Darlehensanleihen) und Repo-Geschäften gehandelt wird. 

Ein wichtiger Vorteile von SRTs ist die Möglichkeit, die Positionen, beziehungsweise Tranchen in bestimmten Portfolios privater Kreditvermögen individuell anzupassen. Im Gegensatz zu traditionellen Kreditinvestitionen können Anleger mit SRTs ihre Investitionen auf ihre Präferenzen abstimmen und so eine Präzision erreichen, die anderswo nur schwer zu finden ist. Diese Flexibilität erstreckt sich auch auf das Risiko-Rendite-Profil. Anleger können Tranchen auswählen, die ihren individuellen Mandaten entsprechen, je nachdem ob sie höhere Renditen oder konservativere Engagements anstreben.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Vertrauen, das durch die Zusammenarbeit mit Banken entsteht. Als Originatoren bringen Banken ein hohes Maß an regulatorischer Strenge und ein robustes Risikomanagement ein. Ihre gründlichen Due-Diligence-Prozesse schaffen eine belastbare Vertrauensbasis und geben Investoren die Sicherheit, dass die zugrunde liegenden Vermögenswerte sorgfältig geprüft wurden.

Darüber hinaus können SRTs einen vereinfachten Weg zur Diversifizierung bieten. Eine einzige Transaktion kann Zugang zu einem großen, diversifizierten Pool von Aktiva in verschiedenen Regionen, Sektoren oder Anlageklassen verschaffen. Dies erhöht im besten Fall die Widerstandsfähigkeit des Portfolios und minimiert gleichzeitig die operative Komplexität der Verwaltung einzelner Kredite.

 

Schließlich können strukturierte Finanzierungslösungen Anlegern ermöglichen, ihre SRT-Investitionen zu hebeln, wodurch die Kapitaleffizienz weiter optimiert und die Renditen gesteigert werden können. Diese zusätzliche Flexibilität macht SRTs zu einem strategischen Instrument für das Portfoliowachstum.

SRT-Transaktion in der Praxis

Um die Funktionsweise einer SRT-Transaktion in der Praxis zu veranschaulichen, wählt eine Bank ein Referenzportfolio – beispielsweise breit syndizierte Kredite – und teilt es in eine nachrangige (First Loss) Junior-Tranche und eine vorrangige Senior-Tranche auf. Sie verkauft oder sichert die nachrangige Tranche gegenüber Anlegern ab und entfernt damit den Teil mit dem höchsten Risiko aus ihrer aufsichtsrechtlichen Bilanz. Dadurch behält die Bank die vorrangige Tranche, die nach aufsichtsrechtlichen Modellen mit einem wesentlich geringeren Risikogewicht behaftet ist.

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