Risiken im Portfolio Das denken Großanleger über den Klimawandel

Der Klimawandel wandelt die Portfolios. Großanleger trennen sich von Beteiligungen an klimaschädlichen Unternehmen. Oder sie fordern den Umbau in Richtung klimafreundlicherer Aktivitäten.  | © Getty Images

Der Klimawandel wandelt die Portfolios. Großanleger trennen sich von Beteiligungen an klimaschädlichen Unternehmen. Oder sie fordern den Umbau in Richtung klimafreundlicherer Aktivitäten. Foto: Getty Images

Klimarisiken sind für institutionelle Investoren keine Bedrohung, mit der sie eines fernen Tages konfrontiert werden. Vielmehr gehen die Großanleger davon aus, dass Klimarisiken finanzielle Auswirkungen auf die Unternehmen in ihre Portfolios haben. Und zwar schon heute. Diese Einschätzung geht aus einer Studie des Swiss Finance Institute (SFI) hervor – einer Art Kaderschmiede für das Bank- und Finanzwesen in der Schweiz.

Das Forschungspapier trägt den Titel „The Importance of Climate Risks for Institutional Investors“ und erschien im Oktober 2018. Es trägt die Handschrift von Philipp Krüger (Universität Genf und Mitglied im Swiss Finance Institute) und Zacharias Sautner von der Frankfurt School of Finance & Management. Ebenfalls an der Studie beteiligt ist Laura T. Starks von der McCombs School of Business an der Universität Texas.

Wie stark ein Anleger von den Gefahren des Klimawandels  betroffen ist, lässt sich nicht pauschal sagen – in der Regel sind es die Risiken der einzelnen Unternehmen, an denen die Anleger beteiligt sind. Demnach sind auch sämtliche Parteien betroffen, die direkt mit dem Investor zu tun haben: Kunden, Versicherte, heutige und künftige Pensionäre. 

Großanleger haben mehr Gewicht 

Zum Teilnehmerfeld der Untersuchung gehören vor allem Asset Manager (23 Prozent) und Banken (22 Prozent). Pensionseinrichtungen („Pension funds“) sind mit einem Anteil von 17 Prozent vertreten. Ein ähnlich großer Anteil entfällt auf Versicherungsunternehmen (15 Prozent), während nicht näher identifizierte Kapitalanlagegesellschaften 8 Prozent der Umfrageteilnehmher darstellen. Der Rest rekrutiert sich aus Staatsfonds, Stiftungen und Hedgefonds. Die Umfrageteilnehmer stammen überwiegend aus den USA, Großbritannien und Irland. Gut jeder zehnt kommt aus der Bundesrepublik. 

Auch wenn der Klimawandel für Großanleger auf der Kapitalanlage- und Risikoseite heute von Bedeutung ist, mangelt es nach Angaben der Studienautoren an „systematischem Wissen“ über die Rolle von Klimarisiken für institutionelle Anleger. Mit der vorliegenden Studie wollen die Autoren diesen Mangel beheben.

Zu diesem Zwecks haben sie weltweit 439 Investoren nach ihrer Meinung und ihren Plänen im Hinblick auf klimabezogene Risiken befragt und die Antworten zusammengetragen. Unter den Großanlegern finden sich 48 Schwergewichte, die Vermögenswerte jenseits der 100 Milliarden-Dollar-Marke verwalten. Dieser Gruppe kommt eine ganz besondere Bedeutung zu, schließlich wird diesen Investoren nachgesagt, dass sie aufgrund ihrer Größe bei den Unternehmen in ihrem Portfolio ihren besonderen Einfluss geltend machen können.