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Forderungsbesicherte Wertpapiere Resistent, robust, renditestark

Wohnstraße in London

Wohnstraße in London: Britische Hypothekenkredite haben sich in den vergangenen Monaten trotz Corona-Pandemie als stabil erwiesen. Insgesamt könnten forderungsbesicherte Wertpapiere Renditepotenzial bieten. Foto: imago images / robertharding

Tom Mowl, BlueBay Asset Management

Risikoreichere Investments haben ihre positive Dynamik aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ins Jahr 2021 mitgenommen – und die Märkte für Asset-Backed Securities (ABS) bilden hier keine Ausnahme. Dabei handelt es sich um mit Forderungen besicherte, in handelbaren Wertpapieren verbriefte Kredite. Über alle Sektoren und Regionen hinweg – ob Hypotheken, Autokredite, Kreditkarten oder Leveraged Loans – war die Performance der zugrundeliegenden Sicherheiten im Allgemeinen robust. Das hat in Verbindung mit attraktiven Spreads neue Investoren in diesen Bereich gelockt.

Das vielerorts anhaltend hohe Impftempo lässt die Rückkehr zu einem gewissen Grad an Normalität in den kommenden Monaten realistisch erscheinen. Da wir uns bereits dem Ende des ersten Halbjahres nähern, ist Zeit für eine Bestandsaufnahme am ABS-Markt.

Unbegründete Befürchtungen

Die Befürchtungen, die am Ende des ersten Quartals 2020 bestanden, haben sich nicht bewahrheitet. Dank der erheblichen Unterstützung durch die Regierungen war die Performance innerhalb des ABS-Marktes robust. Das gilt zum Beispiel für Non-Conforming-Hypothekenkredite in Großbritannien. Bei sogenannten Non-Conforming-Loans handelt es sich um Kredite, die nicht den Vergabekriterien der Banken entsprechen. Für diese wurden von den britischen Kreditgebern großzügig Zahlungspausen bewilligt. In der Spitze galten für rund 30 Prozent der Non-Conforming-Hypothekenkredite Aufschübe, die lediglich die Rückzahlung der Hypothek verzögern. Seitdem diese größtenteils abgelaufen sind, ist lediglich ein begrenzter Anstieg der Zahlungsrückstände von weniger als 2 Prozent zu verzeichnen.

Da aktuell noch immer rund 12 Prozent der Belegschaft im Vereinigten Königreich beurlaubt sind, dürften die Arbeitslosigkeit und die Zahlungsrückstände im 3. und 4. Quartal 2021 weiter steigen. Der Anstieg dürfte sich aber in Grenzen halten, da derzeit weniger als 3 Prozent der Non-Conforming-Kreditnehmer in einer Zahlungspause sind.

Daneben ist es wichtig, diese Zahlen im Kontext zu betrachten: 2009 stiegen im Zuge der Finanzkrise die Zahlungsrückstände von einem Monat oder länger auf einen Spitzenwert von über 30 Prozent. Selbst bei Papieren aus dieser Zeit waren die Verluste sehr begrenzt.

Hohe Widerstandsfähigkeit

Unserer Meinung nach ist die Assetklasse heute wesentlich robuster. Die Voraussetzungen für die Vergabe der zugrundeliegenden Hypotheken sind deutlich strenger. Die Beleihungswerte sind geringer und die ABS-Transaktionen konservativer strukturiert. Diese Entwicklung ist nicht nur in Großbritannien zu beobachten, sondern zum Beispiel auch in den USA. Es sieht so aus, als ob wir zu dem Umfeld niedriger Ausfallraten zurückkehren, in dem wir uns seit der Finanzkrise befunden haben.

Die Performance im ABS-Segment während der Covid-19-Pandemie liefert einen weiteren Beweis für die Widerstandsfähigkeit der Assetklasse gegenüber fundamentalen Schocks – wie vor ihr bereits die Finanzkrise und die europäische Schuldenkrise.

Nach einem von Covid-19 geprägten Jahr 2020 war Anfang 2021 ein solides Emissionsvolumen an den Primärmärkten zu verzeichnen, das von den Investoren insgesamt gut aufgenommen wurde. Chancen gab es insbesondere bei Sub-Investment-Grade-Tranchen, da das große Angebot die Spreads belastete. Zuletzt haben sich die Emissionen verlangsamt, was das Angebot in den vergangenen Wochen begrenzt und die Fundamentaldaten gestärkt hat. Bei europäischen ABS bleibt die EZB ein Käufer, was ebenfalls stützend wirkt.

Interessante Renditeaufschläge

Wie in anderen risikoreicheren Segmenten des Anleihemarkts sind die Renditen an den ABS-Märkten generell gesunken. Die Zentralbanken auf der ganzen Welt haben ihren Teil dazu beigetragen, dass mehr als 13 Billionen US-Dollar an negativ verzinsten Schuldtiteln geschaffen wurden. Das hat die Preise für Risikoanlagen in allen Anlageklassen, auch an den Anleihemärkten, in die Höhe getrieben.

Wenn man jedoch das Gesamtbild betrachtet, sind die bei ABS erzielbaren Zinsaufschläge auf absoluter Basis interessant und im Vergleich zu Unternehmens- und Staatsanleihen günstig. Die an den ABS-Märkten verfügbaren Spreads umfassen 0,75 Prozentpunkte für 3-jährige AAA-konforme britische Non-Conforming-RMBS und 1,20 Prozentpunkte für 4-jährige AAA-geratete Collateralized Loan Obligations. Dies ist attraktiv im Vergleich zu den jüngsten Emissionen auf dem Markt für Unternehmensanleihen, wo der Spread für eine typische 5-jährige Anleihe mit BBB-Rating etwa 0,40 Prozentpunkte beträgt. Damit können ABS eine höhere Rendite bei geringerem Risiko und geringerer Spread-Duration erzielen. Darüber hinaus können sie zusätzliche Vorteile in Form von Diversifizierung sowie variabel verzinslichen Kupons und somit niedriger Zinsduration bieten – interessant in einem von Inflations- und Zinssorgen geprägten Marktumfeld.

Überzeugende Argumente

Wir sind der Meinung, dass es für Anleger überzeugende Argumente gibt, im aktuellen Umfeld ABS in Betracht zu ziehen. Unsere Portfolios sind derzeit so positioniert, dass sie das attraktive Potenzial auf eine risikoarme Art und Weise nutzen können. Wir setzen dafür auf Wertpapiere, die einen erheblichen Puffer für Ausfälle oder eine Verschlechterung der Sicherheiten aufweisen. Wir sind uns der Risiken bewusst und ziehen es vor, die Duration kurz zu halten, um von zukünftigen Volatilitätsschüben zu profitieren und uns gleichzeitig durch variabel verzinsliche Wertpapiere gegen möglicherweise steigende Zinsen zu schützen.