Bethmann oder Merck Finck Rennen ums deutsche Private Banking der Credit Suisse auf der Zielgerade

Die Bethmann Bank und das Bankhaus Merck Finck & Co sind die einzigen verbliebenen Interessenten des deutschen Privatkundengeschäftes der Schweizer Großbank Credit Suisse. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) ohne dabei Quellen zu nennen. Die beiden Bieter wollten sich gegenüber der FAZ zu diesem Thema nicht äußern.

Noch vor Weihnachten soll einer der beiden Privatbanken den Zuschlag erhalten.

Eigentlich steht nur ein Teilbereich der deutschen Private-Banking-Sparte der Credit Suisse zum Verkauf – deutsche Privatkunden mit mindestens 1 Million Euro Vermögen will die Schweizer Bank weiterhin, allerdings von Zürich aus, betreuen. Sehr fraglich, mutmaßt die FAZ, dass sich einer der beiden potenziellen Käufer darauf einlässt.

Sowohl die ABN-Amro-Tochter Bethmann als auch Merck Finck & Co beschäftigen rund 400 Mitarbeiter, die Bethmann Bank verwaltet jedoch mit 22,5 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel Vermögen wie Merck Finck.

Anfang Oktober soll bereits die Commerzbank die Bücher des deutschen Privatkundengeschäfts der Credit Suisse geprüft, dann jedoch wieder abgewunken haben. Nicht attraktiv: Zu diesem Ergebnis sollen zuvor schon die DZ Bank und M.M. Warburg gekommen sein. „Das Problem ist nicht nur, dass die Privatkundeneinheit der Credit Suisse zu klein ist – sie ist auch viel zu margenschwach", erklärte ein Insider gegenüber dem „Manager Magazin“.

Die Schweizer Bank habe in Deutschland jahrelang auf starkes Wachstum gesetzt, um Marktanteile zu gewinnen. Kunden seien mit günstigen Konditionen gelockt und Berater mit hohen Gehältern von Wettbewerbern abgeworben worden. Mit der Masse sollte später dann die Marge kommen. Dieses Kalkül sei bei der Credit Suisse jedoch nie aufgegangen.

Der von der Credit Suisse zum Verkauf angebotene Bereich soll alle Privatkunden-Depots mit einem Anlagevolumen zwischen 50.000 Euro und rund einer Million Euro umfassen. Insgesamt soll es um Kundengelder in Höhe von fünf bis sieben Milliarden Euro gehen.

Mitte September galten noch die französische BNP Paribas und die spanische Santander als ernsthafte Kaufkandidaten. 

Im Dezember hatte die Credit Suisse angekündigt, drei ihrer insgesamt zwölf Standorte in Deutschland zu schließen und etwa 150 der knapp 500 Jobs im Private Banking zu streichen.