Positiver trend Rekordjagd! Hedgefonds bauen Gewinne weiter aus

US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden: Sein Konjunkturpaket kommt auch Hedgefonds zugute Foto: Imago Images / Mediapunch

Hedgefonds legten im April den siebten Monat in Folge zu. Damit bauten sie die Gewinne aus dem ersten Quartal 2021 und dem Geschäftsjahr 2020 weiter aus. Dies ist unter anderem auf Unternehmensgewinne und den Optimismus der Anleger in Bezug auf die Wiederbelebung der US-Wirtschaft zurückzuführen. Das geht aus Daten von Hedge Fund Research (HFR), einem weltweiten Marktführer in der Indexierung, Analyse und Research der globalen Hedgefonds-Industrie hervor.

Der HFRI Fund Weighted Composite Index (FWC) rentierte in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 mit +8,7 Prozent. Das war die stärkste laufende Jahresperformance bis April seit 1999 und die längste Periode von aufeinanderfolgenden monatlichen Gewinnen, seit der Index bis Januar 2018 einen Aufwärtstrend von 15 Monaten in Folge vorgelegt hat. In den vergangenen sieben Monaten kletterte der FWC um +20,5 Prozent in die Höhe. Das ist die zweitkräftigste Rendite über einen Zeitraum dieser Länge, die jemals verzeichnet wurde. Nur der Sieben-Monats-Zeitraum mit Ende März 2000 mit +24,1 Prozent übertraf diese Entwicklung.

Die Streuung der Performance der zugrunde liegenden Indexbestandteile verringerte sich im April, da die oberste Kennzahl der Stichprobe des HFRI im Durchschnitt um +10,3 Prozent zulegte, während die unterste Kennzahl im Laufe des Monats im Durchschnitt um -1,8 Prozent nachgab. Das Ergebnis davon ist eine Streuung zwischen den Spitzenreitern und den Schlusslichtern von 12,1 Prozent. Zum Vergleich: Im März lag diese Streuung bei 15,9 Prozent, im Februar betrug sie noch 20,2 Prozent. Der investierbare HFRI 500 Equity Hedge Index verbesserte sich im April um +2,6 Prozent und steigerte damit seinen Sieben-Monats-Gewinn auf +22,8 Prozent.

Ereignisbasierte, also Event-Driven-Strategien (ED), die sich häufig auf Aktien mit einem hohen Abschlag zum Wert der vorhandenen Vermögenswerte, also Deep-Value-Aktienstrategien und -situationen konzentrieren, verstärkten ihre Gewinne zu Beginn des zweiten Quartals 2021 ebenfalls weiter. Der investierbare HFRI 500 Event-Driven Index stieg im April um +2,6 Prozent, der HFRI Event-Driven (Total) Index mit +2,4 Prozent. Die Zuwächse bei ED-Unterstrategien wurden erneut von Special Situations und Merger Arbitrage angeleitet, also Strategien, die grundsätzlich in Deep-Value-Aktiensituationen handeln, einschließlich Unternehmen, die mögliche Ziele für Umstrukturierungen, Übernahmen oder einen anlegergetriebenen Strategiewechsel sind.


Auch Blockchains und Kryptowährungen lieferten zu Beginn des zweiten Quartals erneut gute Zahlen, da Bitcoin und Co. Rekordniveaus erreichten und Hedgefonds verstärkt entsprechende Engagements bei neuen und bestehenden Fondsstrategien eingingen. Der HFR Cryptocurrency Index stieg im April mit +50,6 Prozent stark an und katapultierte damit die Performance im bisherigen Jahresverlauf auf +261,9 Prozent.

Kenneth Heinz, Präsident von HFR zu den Gewinnen: „Beiträge kamen von allen Strategien auf breiter Front, mit einem Schwerpunkt auf Equity Hedge, Macro, Technology, Cryptocurrency und Special Situations, da starke Unternehmensgewinne auf zunehmenden Optimismus über die von den USA angeführte globale wirtschaftliche Wiederbelebung trafen.“

„In den sieben Monaten haben Hedgefonds mehrere Marktzyklen (sowohl positive als auch negative) durchlaufen, darunter eine neue Regierung in den USA, bisher ungekannte fiskalpolitische Konjunkturmaßnahmen, zusätzliche Virusmutationen/-varianten und einen kräftigen Anstieg bei stark geshorteten Deep-Value-Aktien, die von Plattformen für Privatanleger angeheizt wurden. Diese bedeutsamen makroökonomischen und geopolitischen Trends und Risiken dürften sich auch im Laufe des Jahres 2021 weiterentwickeln und Institutionen Chancen durch Allokationen bei Fondsmanagern bieten, die für dieses Umfeld gerüstet sind und ihr Erfolgspotenzial in den letzten Volatilitätsphasen unter Beweis gestellt haben“, so Heinz abschließend.