Raus aus der Nische Serviced Apartments: Kleine Immobilien mit großen Möglichkeiten

Raus aus der Nische: Serviced Apartments: Kleine Immobilien mit großen Möglichkeiten

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Seit nahezu einer Dekade erhöht sich in Europa die Nachfrage nach Wohnimmobilien. Die steigende Liquidität, eine fortschreitende Urbanisierung, erhöhte Anlagevolumen von Investoren und das nur langsam wachsende Angebot sind die maßgebenden Faktoren hierfür. Allein im vergangenen Jahr flossen europaweit 37,5 Milliarden Euro in Wohnungsinvestments. Diese Entwicklung führte in vielen Regionen und Städten zu starken Preissteigerungen. Davon ist auch Deutschland betroffen, wo insbesondere die Preise in den A-Städten und wirtschaftsstarken Oberzentren deutlich stiegen.

Serviced Apartments sind eine Marktnische mit wachsender Bedeutung

Angesichts geringer Nettoanfangsrenditen weichen Investoren in höher rentierliche Segmente wie Mikroapartments oder Studentenwohnungen aus. Da diese Anlageformen bei institutionellen Investoren immer salonfähiger werden, stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch von Nischenprodukten sprechen kann. Serviced Apartments vereinen die Unterbringung auf Zeit in einem Apartment und die Möglichkeit, hotelähnliche Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen. Sie stehen damit genau zwischen den Kategorien Hotel und Wohnen.

Da das Interesse großer internationaler Hotelketten am Segment und am Standort Deutschland steigt, ist in Zukunft mit einem erhöhten Wettbewerb hierzulande zu rechnen. Das größte Wachstumspotenzial weisen demnach kettengeführte Apartmenthotels auf, die neben Geschäftsreisenden verstärkt auch Touristen als Zielgruppe im Fokus haben. Der deutsche Markt für Serviced Apartments ist hinsichtlich der Komponenten Preis, Qualität und Lage sehr vielfältig und damit noch sehr intransparent. Diese Studie gibt einen Überblick über das Wachstumspotenzial dieses Marktsegments, über die einzelnen Konzeptvarianten sowie über die führenden Anbieter in Deutschland.

Neben dem Begriff Serviced Apartment wird im deutschsprachigen Raum vor allem der Begriff Boardinghaus verwendet. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Begrifflichkeiten für diese Übernachtungsform. Dazu gehören zum Beispiel Apartmenthotels oder Aparthotels, Long-stay-Hotels, Suitehotels und Residences. Die Übergänge zwischen temporär angemieteten Wohnungen, Serviced Apartments und Hotels mit Serviced Apartments sind fließend. Einige Investoren sehen sie inzwischen als Untersegment der stetig wachsenden Hospitality-Landschaft an, das sich nur unwesentlich von Hotels unterscheidet. Der Oberbegriff Serviced Apartment steht somit für eine Vielzahl an Konzepten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten am Markt etabliert haben.

Bislang waren Serviced Apartments nur ein Nischenprodukt auf dem Immobilienmarkt. Doch das ändert sich gerade. Mit der erhöhten Reisetätigkeit von Geschäftsleuten, der steigenden Besucher-zahlen in Großstädten und der Bekanntheit des Sektors sowohl auf Verbraucher- als auch auf Investorenseite wird auch die Zahl der Projekte steigen.