Randolph Kempcke und Alfred Straubinger „Unsere Mandanten erwarten, dass wir Performance-Verantwortung übernehmen“

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Straubinger: Problematisch ist, dass oftmals nur zwischen Strategieberatung und Vermögensverwaltung unterschieden wird. Das greift, zumindest bei uns im Haus, zu kurz. Ganz am Anfang einer Mandatsbeziehung steht der strategische Blick auf das Gesamtvermögen. Für große, komplexe Vermögensstrukturen schaffen wir mit unserer Strategieberatung und dem einhergehenden Vermögenscontrolling die notwendige Transparenz. Nur wer weiß, was im Vermögen passiert, kann richtige Entscheidungen treffen, es strukturieren und optimieren.

Nachgelagert, und da befinden wir uns schon in der Umsetzung der jeweiligen Strategie eines Mandanten, kommt die Vermögensverwaltung. Dabei profitieren unsere Mandanten von unserer langjährigen Erfahrung bei der Auswahl von Investmentmanagern. Die Auswahl von Einzeltiteln delegieren wir an externe, auf bestimmte Regionen und Segmente spezialisierte Manager. Wir kombinieren unterschiedliche Anlagestile und fügen diese zu einem ausgewogenen Ganzen zusammen. Insofern besteht bei uns kein Interessenskonflikt. Und das ist die Unabhängigkeit, wie wir sie verstehen und als wesentlich erachten.

Kempcke: Der entscheidende Unterschied zu einem Family Office ohne eigene Vermögensverwaltung liegt in der Performance-Verantwortung. Wir bei Auretas übernehmen, so gewünscht, die Performance-Verantwortung für Mandanten. Andere Family Offices beraten hingegen nur bei der Vermögensstrategie und der Auswahl der Vermögensverwalter.

Wird diese feine Unterscheidung von den Family-Office-Kunden denn wahrgenommen?

Straubinger: Zunehmend mehr und besser. Das war vor einigen Jahren noch anders, aber mittlerweile verstehen viele Mandanten die Wertschöpfungsketten im Bereich von Banken, Vermögensverwaltern und Family Offices. Viele sind sich heutzutage klarer darüber, welche Dienstleistung sie haben wollen, was diese kosten darf und wie der Anbieter motiviert ist.

Letztendlich müssen wir als Dienstleister dem Mandanten einen Mehrwert liefern, der auch ersichtlich und messbar sein muss. Entsprechend werden Family Offices künftig noch viel transparenter mit Angeboten und Geschäftsmodellen umgehen müssen.

Und was bekommt man bei Auretas – neben der beschriebenen Produktunabhängigkeit?

Straubinger: Das hat die erwähnte Schärfung des Geschäftsmodells in den vergangenen Jahren ergeben. Neben der Strategieberatung und der Vermögensverwaltung samt Übernahme der Performance-Verantwortung geht es vor allem um das Thema Generationenmanagement. Das ist eins der zentralen Themen, das unsere Mandanten, in aller Regel sind das Unternehmerfamilien, umtreibt.

Kempcke: Neben der ganzheitlichen, strategischen Beratung über alle Assset-Klassen liegt unsere Stärke auf der Seite der Vermögensverwaltung bei liquiden Assets. Unser Ziel ist es, für unsere Mandanten eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu erwirtschaften, was wir durch die Auswahl von talentierten Investmentmanagern bereits seit Jahren erreicht haben.

Im Bereich der illiquiden Assets verfolgen wir eine vergleichbare Strategie. Wir ermöglichen unseren Mandanten den Zugang zu diversifizierten Anlagekonzepten von bewährten Managern in den Bereichen Private Equity, Infrastruktur, Agrar & Forst sowie Immobilien. Die Analyse und Auswahl von Direktbeteiligungen können wir in einer uns zufriedenstellenden Qualität und über ein breites Universum nicht leisten. Wir wollen nur das verantworten, was wir können und wo wir dem Mandanten einen qualitativ hochwertigen Mehrwert liefern können. Anderes erwarten unsere Mandanten auch nicht.