Gehaltsübersicht 2025 für Banken und Finanzdienstleister So haben sich die Gehälter in der Finanzbranche entwickelt

Frankfurts Skyline steigt aus dem Nebel empor.

Frankfurts Skyline steigt aus dem Nebel empor. Sind auch die Gehälter innerhalb der Bankgebäude gestiegen? Bildquelle: Imago / Jan Eifert

Die Gehälter der Finanzbranche stagnieren, trotz des Personalmangels. Das betrifft vor allem Einstiegspositionen. Während die Einstiegsgehälter für ausgewählte Positionen in vergangenen Jahren im zweistelligen Bereich gestiegen sind, haben sie sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht nach oben bewegt, blieben unverändert oder sind gar gesunken. So bekamen beispielsweise Junior-Risikobeauftragte 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Das sind Ergebnisse der Robert Half Gehaltsübersicht 2025.

Als Hauptgrund für die stagnierende Gehälter nennt Robert Half die unsichere wirtschaftliche Lage. Trotz dieser Unsicherheit planen mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Banken und Finanzdienstleister neues Personal einzustellen. 45 Prozent der Befragten wollen ihren Personalbestand beibehalten.

Die am stärksten nachgefragten Positionen und Fähigkeiten

Die am stärksten nachgefragten Positionen im Bereich Banken und Finanzdienstleistungen sind laut Robert Half Risikomanager, Compliance-Manager, Finanz-Manager und Wirtschaftsprüfer. Für die folgenden Bereiche suchen Unternehmen am stärksten nach Personal: Compliance, Regulierung und Governance, Assistenz für Backoffice und Betrieb, Finanz- und Rechnungswesen sowie Vertrieb für Anleihen und andere festverzinsliche Märkte.

Besonders gefragt sind dabei Zweisprachigkeit, Kenntnisse zu Basel, beziehungsweise zur Solvabilitätsverordnung, Risikoanalysefähigkeiten und fortgeschrittener Umgang mit Powerpoint. Zudem wünschen sich Unternehmen Mitarbeiter, die gut kommunizieren, kritisch denken, selbstständig arbeiten und gut auf Veränderungen reagieren.

Die Topverdiener bei Banken und Finanzdienstleistern

Die Gehälter und ihre Entwicklung spiegeln die Nachfrage der Unternehmen dabei allerdings nur bedingt wieder. Besonders gut verdienen hochqualifizierte Arbeitnehmer im Vertrieb für Anleihen und andere festverzinsliche Märkte, was der Nachfrage entspricht. So ist die bestbezahlte Position laut Robert Half über alle Positionen im Bereich Banken und Finanzdienstleister Geschäftsführer (Managing Director) in diesem Bereich, über alle Perzentile hinweg. Auf Platz zwei folgt die Vorgängerposition Direktor (Director).

Das Einstiegsgehalt für Geschäftsführer liegt bei 200.500 Euro (25. Perzentil). Mit Berufserfahrung verdienen sie 226.500 Euro (50. Perzentil). Sind sie überdurchschnittlich qualifiziert oder haben langjährige Berufserfahrung kommen sie auf ein Gehalt von 252.500 Euro (75. Perzentil).

Überraschend ist dabei, dass sie im Vorjahr deutlich mehr verdient haben. In der Gehaltsübersicht für 2024 kommen sie noch auf Gehälter zwischen 212.250 Euro und 424.500 Euro (25. bis 75. Perzentil). Das entspricht einem Minus zwischen 5,5 und 40,5 Prozent. Das deutliche Minus lässt sich laut Robert Half damit erklären, dass Unternehmen bei Spitzengehältern sparen, um so mehr Spielraum bei Einstiegsgehältern für Junior-Positionen zu haben. Zudem seien Unternehmen bei Gehältern für Führungskräfte aktuell zurückhaltend und würden verstärkt versuchen, Führungspositionen intern zu besetzen. Hinzu kämen Entlassungen, die die Gehälter zusätzlich drücken würden.

Direktoren verdienen zwischen 148.000 Euro und 183.000 Euro und stehen damit an zweiter Stelle der Spitzenverdiener der Banken und Finanzdienstleister.

An dritter Stelle der Topverdiener der Gehaltsübersicht 2025 stehen für das 25. und 50. Perzentil die Leiter Risiko, die als Einsteiger 120.500 Euro und im Mittel 132.750 Euro verdienen. Im 75. Perzentil werden sie allerdings vom Leiter Legal und Compliance überholt, die 148.500 Euro, während die Position Leiter Risiko auf 138.000 Euro kommt.

Welche Berufsgruppen am wenigsten verdienen

Nicht zu der Nachfrage nach Arbeitnehmern im Vertrieb für festverzinsliche Papiere passt allerdings, dass die Einstiegsposition Analyst mit Gehältern zwischen 55.250 Euro und 65.500 Euro für alle Perzentile am unteren Ende der gesamten Gehaltsübersicht landet. Auch Personalvermittler (60.250 Euro bis 96.500 Euro) und  Analysten im Personalmanagement (63.750 Euro bis 74.500 Euro) verdienen im Branchenvergleich besonders wenig.

Diese Gehälter sind besonders stark gestiegen

Über einen besonders starken Gehaltsanstieg im Branchenvergleich freuen können sich Privatkundenberater und Junior Firmenkundenberater (AVP) sowie die Teamassistenz. Das Gehalt von Privatkundenberatern stieg um 18,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Spitzengruppe verdienen sie nun 79.500 Euro.

Junior Firmenkundenberater verdienen mit einem Plus von 35,6 Prozent nun mit 95.250 Euro im 75. Perzentil sogar über ein Drittel mehr. Das Gehalt der Teamassistenz stieg um 13,7 Prozent auf 69.500 Euro im 75. Perzentil.

Gehälter im Risikomanagement und Compliance teilweise gesunken

Jedoch gab es auch Berufsgruppen, die teils drastische Gehaltskürzungen erfahren haben. Dazu zählen die oben erwähnten Geschäftsführer. Aber auch im Risikomanagement sind die Gehälter mehrerer Positionen gesunken.

Am stärksten betroffen waren dabei Senior Risikobeauftrage im 25. Perzentil, deren Gehalt um 8,8 Prozent von 82.750 Euro auf 75.500 Euro sank. Leiter der Compliance verdienen in Einstiegspositionen mit 111.250 Euro nun 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr (127.500 Euro). Auch diese Zahlen passen nicht dazu, dass Fachkräfte in diesen Bereichen gesucht werden.

Betrachtet man die Gehälter in unterschiedlichen Städten, liegen Hamburg (plus 15 Prozent im Vergleich zum Bundesdurchschnitt), München (plus 14 Prozent) und Frankfurt (plus 12 Prozent) vorne. In Leipzig und Hannover verdienen Arbeitnehmer sechs beziehungsweise drei Prozent weniger als im bundesweiten Durchschnitt.

Arbeitgeber setzen auf Zusatzleistungen

Neben dem Gehalt setzen die Unternehmen auf Zusatzleistungen wie Versicherungen und Weiterbildungsangebote, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Um den Fachkräftemangel zu lindern, setzen Unternehmen zudem auf Quereinsteiger.

„Für Arbeitnehmer ist das Gesamtpaket von besonderer Bedeutung. Gerade die Karriereperspektive und die persönliche Vorsorge stehen bei Arbeitnehmern besonders hoch im Kurs. Attraktive Arbeitgeber überzeugen nicht nur durch ein entsprechendes Gehalt, sondern ermöglichen entsprechende Karriere- und Bildungsangebote und geben dem Mitarbeiter so klare Signale, dass sie ihn aktiv fördern und weiterbringen wollen“, sagt Patrick Pieles, Vizepräsident Full Time Contract Talent Deutschland und der Schweiz bei Robert Half. „Wenn sich Unternehmen überlegen, welche Leistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten sie anbieten, sollten sie dies in enger Abstimmung mit der bestehenden Belegschaft tun, um nicht am Markt vorbeizuhandeln.“, so Pieles weiter. Hier gebe es noch Diskrepanzen.

Diskrepanzen zwischen Arbeitnehmerwünschen und Arbeitgeberangeboten

So bieten Arbeitgeber bei den geldwerten Vorteilen am häufigsten ein 13. Monatsgehalt (66 Prozent der Angaben), ein Firmenhandy (53 Prozent) und ein Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr (49 Prozent), während Arbeitnehmer sich am häufigsten einen vereinbarten Bonus (47 Prozent), einen Zuschuss zum Auto (46 Prozent) und einen Zuschuss zum Homeoffice (42 Prozent) wünschen.

Bei den Zusatzleistungen bieten 51 Prozent der Arbeitgeber einen „Employee Benefits Hub“ an, den sich nur 34 Prozent der Arbeitnehmer wünschen. Bei Ihnen stehen steht stattdessen mit 40 Prozent ein flexibles Leistungsprogramm an erster Stelle, dass nur 37 Prozent der Arbeitgeber bieten.

Bei Versicherungs- und Rentenprogrammen steht die Zahnzusatzversicherung mit 40 Prozent oben auf der Wunschliste der Arbeitnehmer. Sie wird aber nur von 24 Prozent der Arbeitgeber angeboten. Dafür bieten 51 Prozent der Unternehmen eine Rentenversicherung und Altersvorsorge, die sich nur 31 Prozent der Angestellten wünschen.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Mehr als erfüllt werden die Wünsche der Arbeitnehmer bei Weiterbildungsangeboten. In diesem Bereich gibt es keine Angebote, die sich Arbeitnehmer öfter wünschen als Unternehmen sie anbieten. 

 

Über die Robert Half Gehaltsübersicht

Die Erkenntnisse der Gehaltsübersicht 2025 basieren auf einer Online-Befragung, die von Robert Half entwickelt und von einem unabhängigen Forschungsinstitut unter 1.500 Befragten im Zeitraum zwischen Juni und Juli 2024 durchgeführt wurde.

Befragt wurden 500 Arbeitgeber mit Einstellungsverantwortung in ihren Unternehmen sowie 1.000 Mitarbeiter aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, dem IT-Bereich, aus dem kaufmännischen Bereich Legal sowie Banken und Finanzdienstleistungen. Die Befragten stammen aus einer Stichprobe von kleinen und mittleren Unternehmen und großen Organisationen aus dem öffentlichen Sektor, privaten und börsennotierten Unternehmen in ganz Deutschland.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen