Trotz Immobilienkrise Quartalsbericht: Warren Buffett geht unter die Häuslebauer

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Trotz Immobilienkrise
Quartalsbericht: Warren Buffett geht unter die Häuslebauer
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Warren Buffett kauft sich für über 700 Millionen euro bei US-Hausbau-Firmen ein.

Warren Buffett hat sich für über 700 Millionen Euro bei US-Hausbau-Firmen eingekauft. Foto: Imago Images / USA Today Network

Berkshire Hathaway, die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett hat sich im zweiten Quartal 2023 für über 730 Millionen Euro Anteile an den drei US-Hausbaufirmen DR Horton, NVR und Lennar gesichert, wobei der Großteil von fast 660 Millionen Euro in DR Horton floss. Dies geht aus einer Mitteilung Berkshire Hathaways an die US-Börsenaufsicht SEC per Ende Juni hervor.

In den USA sind institutionelle Investoren, deren Anlagen einen Wert von 100 Millionen US-Dollar übersteigen, verpflichtet, quartalsweise ihre Aktieninvestments gegenüber der SEC offenzulegen. Das Depot von Berkshire Hathaway hat derzeit einen Wert von gut 319 Milliarden Euro – und die Investments in DR Horton und Co. werden von Medien wie etwa dem „Wall Street Journal“ als Zeichen dafür angesehen, dass Buffett an eine baldige Erholung des Immobilienmarktes in den USA glaubt.

Es gibt jedoch auch Stimmen, welche die Zukäufe lediglich als einen Hedge einschätzen. Der Grund: Ähnlich wie in Europa ist Baugeld in den USA durch die Zinswende teurer geworden. Die Zahl der Hauskäufe und Verkäufe ist deshalb eingebrochen. Verkäufer warten ab, weil sie auf eine Erholung des Marktes hoffen und an ihren Preisvorstellungen festhalten. Käufer warten wegen der hohen Zinsen ab, warten auf Preisnachlässe der Verkäufer.

Viele Amerikaner bauen deshalb selbst ein Haus, was DR Horton und Co. zu mehr Aufträgen und damit steigenden Aktienkursen verhilft. Buffett wettet laut dieser Interpretation darauf, dass dieser Trend anhalten wird. Überraschend kommt sein Engagement dennoch und es ist nicht das einzige Manöver von ihm und seinem Geschäftspartner Charlie Munger, das Aufsehen erregt. Im abgelaufenen Quartal wurde der Anteil am Autobauer General Motors beinahe halbiert. Wall Street und Autobranche versetzte das in Aufruhr. Das Papier des größten US-Autobauers gab deutlich nach. Und auch von US-Ölriese Chevron, lange eine Lieblingsaktie des Investorenduos Buffett/Munger, wurden 7 Prozent der Anteile verkauft, während die Beteiligung an der Ölfirma Occidental Petroleum (OP) um 6 Prozent ausgebaut wurde.

 

 

 

Damit belegt OP den sechsten Platz in Berkshire Hathaways Portfolio. Die 224.129.192 Unternehmensaktien, die zum Stichtag einen Gesamtwert von 13,179 Milliarden US-Dollar hatten, machten 3,78 Prozent des gesamten Depots aus, in dem weiterhin klar ersichtlich wird, dass Buffett Unternehmen aus den USA favorisiert.

In die Top-5 schafften es erneut:

5. Chevron: Berkshire Hathaway hält noch knapp über 123 Millionen Aktien im Gesamtwert von gut 17,6 Milliarden Euro im Depot. Der Anteil liegt damit bei gut 5,5 Prozent.

4. Coca-Cola: Die 400 Millionen Anteile des Softdrink-Herstellers hatten im Berichtsquartal einen Wert von gut 22 Milliarden Euro. Der Depotanteil betrug damit fast 7 Prozent.

3. American Express: Die gut 151 Millionen Aktien blieben im Berichtsquartal unberührt. Insgesamt hatte die Beteiligung zum Stichtag Ende Juni einen Wert von gut 24,2 Milliarden Euro, was knapp 7,6 Prozent des Portfolios entspricht.

2. Bank of America: Auch die Aktien des Geldinstituts blieben unberührt. Zum Stichtag waren im Portfolio gut eine Milliarde Aktien. Die Beteiligung hatte zum Stichtag einen Wert von gut 27,5 Milliarden Euro. Am Depot machte dies gut 8,5 Prozent aus.

1. Apple: 51 Prozent des Gesamtdepots nahmen die mehr als 915 Millionen gehaltenen Aktien des Techkonzerns ein – auch hier blieb die Anzahl unverändert. Die Apple-Beteiligung hatte zum Stichtag einen Gesamtwert von über 163 Milliarden US-Euro. 

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