QEP-Investmentansatz Schwellenländer-Aktien abseits des Mainstreams

Achim Küssner, Geschäftsführer von Schroder Investment Management in Deutschland

Achim Küssner, Geschäftsführer von Schroder Investment Management in Deutschland

Schroders geht einen völlig anderen Weg. Die Gesellschaft beobachtet ein deutlich größeres Anlageuniversum. Es umfasst rund 4.000 Einzeltitel aus rund 20 Ländern. Hierdurch geraten nicht nur Standardwerte ins Blickfeld. Das Portfoliomanagement durchleuchtet auch Tausende Small- und Midcaps, die andere Anleger erst gar nicht wahrnehmen. Anhand eines Bottom-Up-Ansatzes wird dann entschieden, welche Aktien mit welcher Gewichtung erworben werden. Eine untergeordnete Rolle spielt hingegen, welchen Börsenwert ein Unternehmen auf die Waage bringt oder in welchem Staat der Firmensitz liegt.

Breites Anlagespektrum verspricht Erfolg

Umgesetzt wird diese Strategie im Schroder ISF QEP Global Emerging Marktes. Wobei das Kürzel QEP für „Quantitative Equity Products“ steht. Schroders praktiziert diese Strategie bereits seit 15 Jahren und hat erstaunliche nachhaltige Renditen erwirtschaftet. Insgesamt werden über 35 Milliarden US-Dollar nach dieser Strategie gemanagt. Das quantitative Analyseverfahren erlaubt es, eine große Zahl von Aktien anhand vielfältiger Kennziffern zu bewerten und permanent zu beobachten. Entsprechend breit wird investiert – das Portfolio umfasst mindestens 300 Einzeltitel, kann aber auch auf 600 oder mehr  ausgeweitet werden. Marktriesen wie zum Beispiel Samsung werden dabei nach denselben Kriterien beurteilt wie wachstumsstarke Nebenwerte. Zusätzlich achtet das Portfoliomanagement auf einen Branchenmix, der Risiken dämpft.

Eine derart breite Streuung ermöglicht eine wirkungsvolle Diversifikation, die sich mit einer Konzentration auf 30 oder 60 Einzelaktien kaum erzielen ließe. Zudem beträgt der sogenannte aktive Anteil des Portfolios im Regelfall rund 70 Prozent. Mehr als zwei Drittel der selektierten Titel stimmen also nicht mit der Zusammensetzung des MSCI Emerging Markets überein. In der Praxis führt diese All-Cap-Strategie dazu, dass der Fonds etwa zur Hälfte Standardaktien und zur anderen Hälfte Nebenwerte hält.

Blend-Investmentstil

Um die attraktivsten Unternehmen aufzuspüren, werden sowohl Substanz- als auch Qualitäts-Kennziffern untersucht. Ertragsstarke Wachstumsaktien sollen nach dem verfolgten Blend-Investmentstil ebenso Berücksichtigung finden wie unterbewertete Value-Titel. Bei der Ermittlung von substanzstarken Aktien berücksichtigt das QEP-Team von Schroders unter anderem Kennziffern wie Dividenden und Dividendenwachstum, die Entwicklung von Umsatz, Cashflow und Gewinn sowie die Vermögenswerte einer Gesellschaft. Qualitätsaktien wiederum sollten sich durch eine hohe Rentabilität, Stabilität und Finanzkraft auszeichnen. Hier achtet das Portfoliomanagement unter anderem auf hohe Kapitalrenditen, geringe Verschuldungen sowie eine möglichst starke Kontinuität der erwirtschafteten Erträge.

Länderrisiken im Blick

Die Konzentration auf die Bottom-Up-Analyse heißt aber nicht, dass Länderrisiken außer Acht gelassen werden. Vielmehr ermittelt Schroders anhand eines hausinternen Systems, ob einer Volkswirtschaft etwa Währungsturbulenzen drohen, ob der Staatshaushalt wackelt oder ob politische Unsicherheiten einen nationalen Markt beunruhigen könnten. Schlägt das Risikomanagement Alarm, wird die Höhe des betroffenen Länderengagements überprüft und gegebenenfalls reduziert.

Das quantitative Konzept des Fonds hat sich sehr bewährt. Seit Auflage im ersten Quartal 2012 wurde ein Wertzuwachs von 8,1 Prozent erzielt. Der MSCI Emerging Markets schaffte in diesem Zeitraum lediglich ein Plus von 4,4 Prozent. Anspruch des Fondsmanagements ist es, auch zukünftig Überrenditen zu erzielen, die über Fünfjahreszeiträume betrachtet mindestens 3,0 Prozent betragen sollen. Dank des erprobten QEP-Investmentansatzes sollte dieses Ziel mit Leichtigkeit zu erreichen sein.