Fusion oder Aus PWC-Studie: Jeder sechste Asset Manager wird bis 2027 verschwinden

Blick auf New York, Sitz vieler Asset Manager: In Zukunft werden die großen Vermögensverwalter etwa die Hälfte der globalen Investmentfonds kontrollieren.

Einer PwC-Studie zufolge wird etwa jeder sechste Asset Manager in naher Zukunft aufgekauft oder verschwinden. Die zehn größten Vermögensverwalter werden etwa die Hälfte der globalen Investmentfonds kontrollieren.

Die globale Vermögensverwaltungsbranche steht vor einer bedeutenden Umwälzung. Das ist das Ergebnis der Global Asset and Wealth Management Umfrage 2023 von PWC. Die Studie prognostiziert, dass bis zum Jahr 2027 jeder sechste Vermögensverwalter (16 Prozent) aufgekauft oder vom Markt verschwinden wird – und damit doppelt so viele wie in der Vergangenheit.

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 250 Vermögensverwaltern und 250 institutionellen Anlegern. Der PWC-Bericht zeichnet das Bild einer Branche, welche mit einer Reihe von Herausforderungen zu kämpfen hat - digitale Transformation, veränderte Anlegererwartungen, Konsolidierung und „Retailisierung“.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie im Überblick:

  • Globale Assets unter Management fielen 2022 auf 115,1 Billionen US-Dollar, fast 10 Prozent unter dem Hoch von 2021. Bis 2027 wird ein Wiederanstieg auf 147,3 Billionen US-Dollar erwartet
  • Über 90 Prozent der Vermögensverwalter nutzen bereits disruptive Technologien wie KI, Big Data und Blockchain
  • Inflation, Marktschwankungen und Zinsbewegungen sind die größten Sorgen der Anleger und Vermögensverwalter
  • Fast drei Viertel (73 Prozent) der Vermögensverwalter erwägen eine strategische Konsolidierung mit einem anderen Vermögensverwalter
  • Die zehn größten Vermögensverwalter werden bis 2027 etwa die Hälfte der globalen Investmentfonds kontrollieren.

Fallende Assets under Management und erwartete Erholung

Die globalen Assets unter Management fielen der PWC-Studie zufolge im Jahr 2022 um fast 10 Prozent auf 115,1 Billionen US-Dollar. Das ist der größte Rückgang seit einem Jahrzehnt. Dieser Rückgang ist auf Inflation, Marktschwankungen und Zinsbewegungen zurückzuführen, welche in den nächsten 12 bis 24 Monaten die größten Sorgen der Anleger und Vermögensverwalter darstellen.

Trotz dieser Herausforderungen blickt die Branche zuversichtlich in die Zukunft. Es wird erwartet, dass das verwaltete Vermögen bis 2027 auf 147,3 Billionen US-Dollar ansteigen wird. Das entspräche einer Wachstumsrate von 5 Prozent pro Jahr.

Einsatz disruptiver Technologien

Mehr als 90 Prozent der Vermögensverwalter nutzen bereits disruptive Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Big Data und Blockchain, um die Anlageleistung zu verbessern. Diese Technologien sollen zu einer höheren Effizienz, minimierten Risiken und schlussendlich besseren Anlageentscheidungen führen.

KI könnte auch zu einem Boom an anderer Stelle führen: PWC prognostiziert, dass das von Robo-Advisors verwaltete Vermögen bis 2027 5,9 Billionen US-Dollar erreichen wird. Das wäre mehr als das Doppelte des Wertes von 2,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2022. 

Strategische Konsolidierung und Dominanz

Fast drei Viertel der Vermögensverwalter (73 Prozent) erwägen der PWC-Umfrage zufolge eine strategische Konsolidierung mit einem anderen Vermögensverwalter. Dieser Trend ist eine direkte Folge des Drucks, inmitten von Kosten- und Wettbewerbsdruck in großem Maßstab zu liefern. Durch die Konsolidierung können Vermögensverwalter Zugang zu neuen Segmenten erhalten, Marktanteile aufbauen und Risiken mindern.

Ein Trend, der bereits jetzt zu beobachten ist. Das zeigte etwa die Fusion von Liontrust mit den Schweizer Asset Manager GAM.

Bis 2027 wird erwartet, dass die zehn größten Vermögensverwalter etwa die Hälfte der globalen Investmentfonds kontrollieren. 2020 lag dieser Anteil noch bei 42,5. Prozent. Dieser Trend ist eine weitere Folge des Drucks auf die Branche und zeigt die zunehmende Konzentration von Vermögenswerten bei den größten Akteuren.

Asien als Wachstumstreiber

Geht es um Wachstumschancen, blicken die meisten der befragten Vermögensverwalter nach Asien. Zusammen mit Afrika und dem Nahen Osten wird Asien das Wachstum in der Vermögensverwaltung stark beeinflussen. PWC sagt voraus, dass das Wachstum in diesen Gebieten bis 2027 um etwa 50 Prozent höher sein wird als in Nordamerika. Auch eine kürzlich veröffentliche Invesco-Studie prognostiziert den asiatisch-pazifischen Raum als Wachstums-Chance.

„Die Vermögensverwaltungsbranche steht vor dem Hintergrund sozialer, wirtschaftlicher und geopolitischer Umwälzungen vor existenziellen Herausforderungen. Die Wahl ist einfach - sich an den neuen Kontext anpassen oder scheitern“, sagt Olwyn Alexander, Leiter des Global Asset & Wealth Management bei PWC Irland. „Unternehmen, die Technologien wie generative KI und Robo-Advisors effektiv nutzen, neue und bestehende Kunden ansprechen, ihre Rekrutierung diversifizieren und außergewöhnliche Kundenerlebnisse bieten, werden gut positioniert sein, um nicht nur zu überleben, sondern zu florieren.“

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen