DFVA-Umfrage Professionelle Anleger wollen nicht in Spacs investieren

Seite 2 / 2

Ausschlaggebend für die Zukunftsfähigkeit von Spacs wird sein, welche Firmen durch sie erworben werden können und inwiefern deren Performance die Investoren zufrieden stellt. Ausreichend gut aufgestellte Kandidaten als Übernahmeziele sind derzeit aber anscheinend vorhanden. Bewertungen werden jedoch durch die Erweiterung des Käuferumfelds durch Spacs nicht einfacher, sondern wohl eher komplizierter.

Auf die Frage, ob der europäische Ipo-Markt von den Entwicklungen in den USA beeinflusst wird, ergab sich sich folgendes Meinungsbild. Für „Ja, moderat“ votieren 24 Prozent. 36 Prozent meinen „vielleicht“ und 37 „Nein“. Nur 3 Prozent sehen hier eine starke Beeinflussung.

In den USA gibt es strukturelle Vorteile für Spacs im Vergleich zu einer Notiz in Europa. Dort haben die Anleger die Möglichkeit, ihre Anteile zurückzugeben, wenn ihnen eine geplante Akquisition nicht gefällt. Bei den in Europa notierten Spacs sind Anleger dazu verpflichtet, sich zu beteiligen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Handel bei europäischen Spacs nach der Vereinbarung einer Übernahme bis zu deren Abschluss oft ausgesetzt wird. Die Folge ist, dass die Investoren illiquide Assets haben.

Nicht wirklich überraschend ist es daher, dass auf die Frage, ob die europäische Struktur auch künftig beibehalten werden soll, eine Mehrheit von 56 Prozent mit „Nein“ antwortete. 17 Prozent  votierten mit „Ja“. Knapp ein Drittel ist sich unschlüssig in der Einschätzung.

„Die Entwicklung der Spacs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem – übrigens nicht neuen – Investment sehen, auch wenn eine Mehrheit die Anlage im Moment noch nicht im Fokus hat“, fasst Christoph Schlienkamp, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DVFA die Umfrage zusammen.