Privates Bankgewerbe Erstes Angebot von Arbeitgeberseite – aber keine Einigung in Tarifgesprächen

Mitglieder der Gewerkschaft Verdi bei einer Kundgebung vor dem Sitz des AGV Banken in Berlin.

Mitglieder der Gewerkschaft Verdi bei einer Kundgebung vor dem Sitz des AGV Banken in Berlin. Foto: Verdi

Wie von der Gewerkschaft Verdi im Vorfeld gefordert, hat die Arbeitgeberseite am zweiten Verhandlungstermin der Banken-Tarifrunde 2024 ein erstes Gehaltsangebot vorgelegt. Dies sieht eine Erhöhung der Tarifgehälter um insgesamt 8,5 Prozent in drei Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor.

„Unser Angebot ist ein Signal, dass wir zu substanziellen Gehaltserhöhungen bereit sind, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte Thomas Lange, Verhandlungsführer und Vorsitzender im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken). Die Gehaltssteigerungen müssten sich in einem Rahmen bewegen, der das aktuelle Umfeld berücksichtige – die herausfordernde Lage der deutschen Wirtschaft, die sich abschwächenden Leitzinsen und geopolitische Risiken.

Verdi: „Von fairem Tarifabschluss weit entfernt“

Die Gewerkschaft Verdi bezeichnet das Angebot in einer Pressemeldung als „völlig unzureichend“, zeigte sich aber grundsätzlich optimistisch, dass beide Seiten sich in den Verhandlungen einigen könnten. „Von einem guten und fairen Tarifabschluss sind wir noch ganz schön weit entfernt. Aber noch ist der Abschluss in der dritten Runde möglich. Wir bewegen uns für unsere Forderungen und die Arbeitgeber bei ihrem Angebot, dann wirds“, sagt Andrea Hartmann, Bausparkasse Schwäbisch Hall und Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission.

 

Das Angebot sei zu niedrig und insbesondere die Laufzeit von 36 Monaten sei „vollkommen inakzeptabel“, so Jan Duschek, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe und Verhandlungsführer. „Die letzten Jahre haben uns deutlich gezeigt, wie schnell die Inflation steigen und es für die Beschäftigten finanziell eng werden kann.“ Die Verdi und der Deutsche Bankangestellten Verband (DBV) kündigten an, ihre Streikaktivitäten ausweiten zu wollen.

„Als verantwortungsvolle Sozialpartner werden wir wie immer eine Brücke bauen zwischen den berechtigten Interessen der Beschäftigten und der privaten Banken“, sagt indes Thomas Lange vom AGV. „Unser Angebot ist dazu ein erster Schritt.“ Die Verhandlungen werden nun am 3. Juli in Frankfurt am Main fortgesetzt.

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