Private-Label-Fonds Wie unabhängige Vermögensverwaltern mit ihren KVGs zufrieden sind

Die Durchschnittsnote, die unabhängige Vermögensverwalter ihren Partner- Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) geben, lautet 1,9. Das ergab eine Umfrage, die der Fachdienst Private Banker bei 37 Verwaltern/Fondsinitiatoren gemacht hat. Die KVGs, die die Fonds der Vermögensverwalter aufsetzen, verwalten und manchmal auch steuern, wurden mit viel Lob, aber auch mit deutlicher Kritik in einzelnen Punkten bedacht. Elf Verwalter gaben ihren Dienstleistern als Gesamtnote eine glatte Eins. Sechs Verwaltungen zückten nur eine 3 für die Leistung der KVG, einer wollte gar nur eine 4 geben.

So bewerten die Verwalter die Zusammenarbeit mit KVGs insgesamt

Quelle: FinComm 2014

Bestnote für ein Hamburger Anbieter

Die Initiatoren bewerteten auch einzelne KVGs (nach dem Schulnotenprinzip). Dabei schnitt die Hansainvest mit einer Gesamtbewertung von 1,6 am besten ab. Knapp dahinter folgten mit der Note 1,7 Alceda und Axxion. In Kommentaren äußerten sich die Befragten überwiegend lobend: „Insgesamt sind wir mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden“ hieß es etwa aus einem Frankfurter Haus.

Die Verwalter lobten auch ausdrücklich einzelne KVGs. „Der Gesamtauftritt der Universal Investment im Sinne der Außenwirkung ist sehr gut“, findet ein Verwalter aus dem Norddeutschen. Aus dem Niederrheinischen wurde die Universal Invest (UI), der Marktführer im Sachen Private-Label-Fonds, für ihren „sehr guten Support gerade in der Gründungsphase“ gelobt. Schon zweischneidiger klingt das Lob eines anderen Verwalters. „Gut, wenn die Geschäftsleitung etwas vom Geschäft versteht.“ Gemeint war die Hansainvest.

Die Bewertungen für die einzelnen KVGs

Quelle: FinComm, 2014

Unzufriedenheit im Detail

Bei einzelnen Bewertungen griffen die Initiatoren auch in untere Ränge der Notenskala und verteilten Fünfen und Sechsen. Ein Initiator aus dem Süddeutschen wunderte sich, wie lässig die KVGs insgesamt mit dem Interesse ihrer Kunden umgehen. Er erzählt, dass er anlässlich seiner Fondsgründungspläne 24 KVGs angeschrieben habe, nur 12 hätten geantwortet. Kritisch wird oftmals das Verhältnis von KVG und Depotbank gesehen. „Generell warne ich jeden vor geschlossenen Systemen von KVG und Depotbank“, heißt es von einem Frankfurter Verwalter. Das sei insbesondere dann ein Problem, wenn die Depotbank aus dem eigenen Hause komme.

Vereinzelt wurden auch die zu langen Verwaltungsvorgänge beklagt („Antwortzeiten zu lang bei UI“). Der Vertreter eines Pools fühlte sich im Zuge des Madoff-Skandals von seiner KVG (im Süddeutschen) im Stich gelassen, die sich durch die Kündigung des Verwaltunsgmandates aus der Verantwortung gestohlen hätte. Bei einigen KVGs, darunter IP Concept, Axxion und BNY Mellon, wird beklagt, dass ihnen ein institutionelles Reporting fehle.

Oft bricht die Unzufriedenheit insbesondere bei der Auflösung oder Fusion eines Fonds oder auch ganzer KVGs auf. Ein Verwalter beklagt, dass die KVG-Tochter eines großen Versicherungskonzerns bei der Fondsauflösung schlampig gearbeitet und dadurch unnötige Kosten (für den Fonds und den Initiator) verursacht habe.

Hier sehen Verwalter den größten Verbesserungsbedarf bei Fondsgesellschaften

Quelle: FinComm 2014

Zu den großen Baustellen im Verhältnis von Vermögensverwaltungen und KVGs gehört neben den Kosten der Vertrieb. Selbst einer, der es nicht nötig hat, weil er in seinen Fonds einen dreistelligen Millionenbetrag bewegt, sagt zum Thema lapidar: „Vertriebsunterstützung brauchen wir zum Glück weniger, ist aber bei allen schwach“. Tatsächlich: 23 von 37 befragten Verwaltungen erwarten mehr Vertriebsunterstützung von den Fondsgesellschaften. Nichts anderes wird so stark gewünscht, nicht einmal eine Bewegung bei den Kosten.

Interessant, dass die KVGs, die ebenfalls befragte wurden, als die größten Baustellen in der Zukunft Servicequalität und Reporting benannten. Der Wettbewerb, so die einhellige Meinung der KVGs, wird nicht über die Vertriebsunterstützung ausgetragen. Beide Seiten, KVG und Initiator - scheinen sogar etwas Unterschiedliches unter Vertriebsunterstützung zu verstehen. Verwalter erwarten so etwas wie Depotchecks für Fonds. KVGs wollen – grob gesagt – Factsheets an möglichst vielen Orten im Web platzieren.

Quelle: Fachdienst Private Banker