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2.4 Exit-Perspektiven im aktuellen Marktumfeld
Auch auf der Exit-Seite bleibt der Markt 2026 selektiv. 37 Prozent der befragten Private-Equity-Häuser planen derzeit keinen Exit, 49 Prozent streben ein bis zwei Verkäufe an, während 14 Prozent drei bis vier Exits planen. Die Unsicherheit bezüglich des Exit-Timings und Bewertungsniveaus bleibt bestehen.
Gleichzeitig sind die tatsächlich erzielten Renditen weiterhin solide. Die durchschnittliche Exit-Rendite liegt bei den meisten Befragten oberhalb von 10 Prozent. Größter Dealbreaker ist mit 69 Prozent die finanzielle Performance, gefolgt von der konjunkturellen Entwicklung (48 Prozent) und den Preisvorstellungen der Verkäufer (34 Prozent). Der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten verliert dagegen weiter an Bedeutung.
Grafik: Dienstleistungsangebot über den Private-Equity-Investitionszyklus
Ein erfolgreicher Exit beginnt längst nicht mehr erst mit dem Verkaufsprozess. Die Voraussetzungen dafür müssen während der gesamten Haltedauer geschaffen werden. Belastbare Finanzinformationen, klare Governance-Strukturen, eine überzeugende Equity Story und ein nachhaltig entwickeltes Geschäftsmodell werden zu entscheidenden Faktoren für die Exit-Readiness.
3. Die Zukunft des deutschen Private-Equity-Marktes: Trends und Implikationen bis 2028
Der deutsche Private-Equity-Markt befindet sich in einem strukturellen Wandel. Auch bis 2028 wird das Marktumfeld von steigenden Anforderungen an die Investitionen geprägt sein. Dabei zeichnen sich drei Entwicklungen besonders klar ab:
• Exit-Stau als Strukturproblem: Der aufgestaute Verkaufsdruck belastet den Markt weiter und setzt insbesondere kleinere und mittlere Fonds unter Druck. Die Konsequenz: Fundraising wird zunehmend von nachweisbarer Performance abhängig sein. Dies dürfte die Konsolidierung der DACH-PE-Landschaft vorantreiben.
• KI als Bewertungsrisiko, nicht nur als Chance: KI wird zunehmend zum Unsicherheitsfaktor bei der Unternehmensbewertung. Investoren müssen Risiken für Geschäftsmodelle durch Automatisierung und Agentic AI stärker berücksichtigen. Gleichzeitig eröffnen technologische Umbrüche attraktive Einstiegschancen für Fonds.
• Operative Wertsteigerung als Differenzierungsmerkmal: Da Multiple-Expansion und Finanzierungseffekte an Bedeutung verlieren, wird die operative Portfolioentwicklung zum entscheidenden Renditetreiber. Geschäftsmodellweiterentwicklung und gezielte Add-on-Akquisitionen werden damit zum zentralen Value-Creation-Kriterium.
Zusammenfassend kann festgehalten werden: Private Equity bleibt für Investoren attraktiv, insbesondere aufgrund des Renditepotenzials. Für den deutschen Mittelstand ergeben sich vielfältige Transaktionschancen durch Nachfolgelösungen, Marktkonsolidierung und Digitalisierung. Gleichzeitig werden Investitionsentscheidungen selektiver und erfordern eine ganzheitliche Betrachtung.
Die Botschaft unserer Studie ist daher klar: Wer bis 2028 erfolgreich im deutschen PE-Markt agieren will, braucht integrierte Expertise und konsequente Umsetzung.
Über den Autor:
Jochen Reis ist Partner bei Rödl und leitet als Co-Head den Bereich Transaction Services Deutschland sowie das Center of Excellence Private Equity. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Transaktionsbranche hat er mehr als 900 nationale und internationale Transaktionen begleitet, für Mittelstandsunternehmen ebenso wie für führende Private-Equity-Investoren.