1. Private-Equity-Studie 2026: Aufbau und aktuelle Marktentwicklungen
Zum 15. Mal untersucht die Private-Equity-Studie von Rödl die aktuellen Entwicklungen des deutschen Beteiligungsmarkts. Für die Ausgabe 2026 wurden die Investmentkriterien von mehr als 450 in Deutschland aktiven Private-Equity-Gesellschaften im Rahmen einer umfassenden Inhouse-Datenanalyse ausgewertet und durch eine aktuelle Marktumfrage ergänzt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem deutschen Mittelstand sowie auf Small- und Mid-Cap-Transaktionen.
Der deutsche Private-Equity-Markt startet 2026 mit vorsichtigem Optimismus und anhaltender Zurückhaltung. 78 Prozent der Befragten erwarten eine unveränderte Marktentwicklung, 17 Prozent eine Verbesserung und nur 5 Prozent eine Verschlechterung. Trotz geopolitischer, wirtschaftspolitischer und technologischer Unsicherheiten stabilisiert sich die Transaktionsaktivität.
Investoren agieren weiterhin selektiv und fokussieren sich auf resiliente Geschäftsmodelle, starke Marktpositionen und klare Wertsteigerungspotenziale. Die Studie zeigt damit einen stabilisierenden, aber anspruchsvollen Markt, in dem die Qualität und Umsetzung von Transaktionen zunehmend entscheidend sind.
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1. Private-Equity-Studie 2026: Aufbau und aktuelle Marktentwicklungen
Zum 15. Mal untersucht die Private-Equity-Studie von Rödl die aktuellen Entwicklungen des deutschen Beteiligungsmarkts. Für die Ausgabe 2026 wurden die Investmentkriterien von mehr als 450 in Deutschland aktiven Private-Equity-Gesellschaften im Rahmen einer umfassenden Inhouse-Datenanalyse ausgewertet und durch eine aktuelle Marktumfrage ergänzt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem deutschen Mittelstand sowie auf Small- und Mid-Cap-Transaktionen.
Der deutsche Private-Equity-Markt startet 2026 mit vorsichtigem Optimismus und anhaltender Zurückhaltung. 78 Prozent der Befragten erwarten eine unveränderte Marktentwicklung, 17 Prozent eine Verbesserung und nur 5 Prozent eine Verschlechterung. Trotz geopolitischer, wirtschaftspolitischer und technologischer Unsicherheiten stabilisiert sich die Transaktionsaktivität.
Investoren agieren weiterhin selektiv und fokussieren sich auf resiliente Geschäftsmodelle, starke Marktpositionen und klare Wertsteigerungspotenziale. Die Studie zeigt damit einen stabilisierenden, aber anspruchsvollen Markt, in dem die Qualität und Umsetzung von Transaktionen zunehmend entscheidend sind.
2. Der Transaktionsmarkt im Spannungsfeld zwischen Unsicherheit und neuer Dynamik
2.1 Preisvorstellungen als Dealbreaker und flexible Dealstrukturen
Die größte Hürde für erfolgreiche Transaktionen bleibt 2026 die Preisvorstellung der Verkäufer. Bereits 2025 nannten 86 Prozent der Befragten unrealistische Bewertungserwartungen als wesentlichen Grund dafür, dass Transaktionen nicht zustande kommen. Auch 2026 bleibt dieser Faktor der wichtigste Dealbreaker, wenngleich seine Bedeutung leicht zurückgeht. Gleichzeitig werden attraktive Zielunternehmen knapper: 46 Prozent der Befragten nennen die Anzahl der Targets als relevantes Hindernis, 32 Prozent den zunehmenden Wettbewerb.
Nur 3 Prozent sehen den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten als wesentliches Hindernis. Die Herausforderung liegt damit weniger in der Finanzierung als in der Annäherung von Käufer- und Verkäufererwartungen.
Um Bewertungsdifferenzen zu überbrücken, gewinnen flexible Dealstrukturen wie Earn-outs, an Bedeutung. 43 Prozent der Befragten setzen diese bei mehr als der Hälfte ihrer Transaktionen ein. Auch bei der Ermittlung des finalen Nettokaufpreises dominieren strukturierte Mechanismen. 86 Prozent der Befragten nutzen das Locked-Box-Modell, während Closing-Accounts-Verfahren in 51 Prozent der Fälle zum Einsatz kommen.
2.2 Finanzierung wird wieder leichter – aber Renditedruck bleibt
Auf der Finanzierungsseite hat sich das Marktumfeld gegenüber den Vorjahren spürbar entspannt. Nur 3 Prozent der Befragten sehen den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten als wesentliches Hindernis für zusätzliche Beteiligungen. Bei der Fremdfinanzierung von Deals bleibt die klassische Bankenfinanzierung mit 51 Prozent der bevorzugte Ansatz. Daneben greifen 16 Prozent auf eine Kombination mehrerer Finanzierungsquellen zurück.
Die bessere Finanzierbarkeit führt jedoch nicht automatisch zu einer Entspannung beim Renditedruck. Im Gegenteil: Die Renditeerwartungen bleiben ambitioniert. 62 Prozent erwarten für ihre Eigenkapitalinvestments Renditen von 20 bis 30 Prozent.
Damit stehen Private-Equity-Häuser vor einer anspruchsvollen Kombination: Finanzierung wird wieder leichter, gleichzeitig bleiben die Erwartungen an die Rendite hoch. Die Wertsteigerung muss daher verstärkt aus dem Unternehmen selbst heraus entstehen und weniger durch günstige Marktbedingungen oder höhere Bewertungsmultiplikatoren getrieben werden.
2.3 Von Digitalisierung bis Buy-and-Build: Strategien zur Wertsteigerung
Die Entwicklung der Beteiligungen rückt stärker in den Mittelpunkt. Investoren müssen Portfoliounternehmen aktiv weiterentwickeln, operative Potenziale heben und Veränderungen im Geschäftsmodell und im Marktumfeld frühzeitig erkennen. Dabei gewinnen insbesondere technologische Entwicklungen zunehmend an Bedeutung.
Jedoch spielt Künstliche Intelligenz (KI) als eigenständiger Investitionssektor aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen stehen etablierte Sektoren wie Services, Industrials, Healthcare sowie IT/Software nach wie vor stärker im Fokus.
Darüber hinaus ergab die Studie, dass 19 Prozent der Private-Equity-Gesellschaften derzeit eine Buy-and-Build-Strategie verfolgen. 30 Prozent der Befragten sehen inzwischen begrenzte Managementressourcen auf Investorenseite als Hindernis für weitere Transaktionen. Die Herausforderung besteht deshalb nicht allein im Erwerb zusätzlicher Unternehmen, sondern in deren erfolgreicher Integration und der Realisierung von Synergien.
