Vier Jahre Abschwung Wo Schroders Capital bei Private Equity investiert bleibt

Nils Rode, CIO bei Schroders Capital

Nils Rode, CIO bei Schroders Capital Bildquelle: Schroders

Der aktuelle Abschwung im Private-Equity-Markt ist der längste seit Beginn der Aufzeichnungen. Vier Jahre nach dem Peak von 2021 bleiben Fundraising, Deal-Aktivität und Exit-Volumen gedämpft. Das zeigt der Ausblick von Schroders Capital für das zweite Quartal 2026, verfasst von Chefanlagestrategist Nils Rode.

Small- und Mid-Market: Bewertungsabschlag von 40 Prozent

Den größten Spielraum sieht Rode im Small- und Mid-Market-Segment. Unternehmen mit einem Gesamtunternehmenswert unter einer Milliarde US-Dollar werden laut dem Bericht mit einem Abschlag von rund 40 Prozent gegenüber Large-Cap-Buyouts gehandelt. Gegenüber vergleichbaren börsennotierten Small-Cap-Titeln beträgt der Abschlag rund 55 Prozent. Als Datengrundlage nennt Schroders Capital IQ, Bloomberg sowie Robert W. Baird & Co.

Einstiegsmultiples im Vergleich: Small- und Mid-Market-Buyouts werden seit Jahren mit deutlichem Abschlag gegenüber Large-Cap-Transaktionen und börsennotierten Vergleichswerten gehandelt.
Einstiegsmultiples im Vergleich: Small- und Mid-Market-Buyouts werden seit Jahren mit deutlichem Abschlag gegenüber Large-Cap-Transaktionen und börsennotierten Vergleichswerten gehandelt.

Ursache sei die Kapitalkonzentration: Mittel flössen überproportional in große Fonds und Transaktionen, kleinere Segmente blieben weniger umkämpft. In vier von fünf der größten Marktverwerfungen der vergangenen 25 Jahre hätten Small- und Mid-Cap-Buyouts zu den widerstandsfähigsten PE-Strategien gezählt, schreibt der CIO.

Als Werttreiber nennt Rode operative Verbesserungen statt Financial Engineering – in den Sektoren Gesundheit, Business Services und technologiegestützte Dienstleistungen.

Secondary-Markt mit neuem Rekordvolumen

Das globale Secondary-Deal-Volumen erreichte 2025 laut Evercore-Daten rund 225 Milliarden US-Dollar. Innerhalb des Markts wachsen Continuation Vehicles besonders stark: Sie erlauben Fondssponsoren, Portfolio-Unternehmen über die klassische Fondslaufzeit hinaus zu halten, während bestehende Investoren Gewinne realisieren können. Schroders revidiert seine frühere Prognose nach oben – das Segment dürfte die Marke von 300 Milliarden US-Dollar früher als 2035 überschreiten.

 

Venture Kapital: Warnung bei späten Finanzierungsrunden

Im Venture-Kapital-Segment divergieren die Entwicklungen stark. Bewertungen im Late-Stage-Bereich haben die Höchststände von 2021 überschritten, getrieben von KI-Investitionen. Der Schroders-Stratege wertet das als Warnsignal mit Verweis auf frühere Technologiezyklen. Bei frühen Finanzierungsrunden sei die Erholung moderater verlaufen.

Den Biotech-Sektor hebt Rode gesondert hervor: Trotz anhaltender Innovation verharrt er in einem historischen Tief. Das Haus sieht darin eine kontrarische Investmentchance – mit dem ausdrücklichen Vorbehalt strikter Selektivität.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen