Barometer von Coller Capital Private-Equity-Investoren mögen das Rendite-Risiko-Profil

Michael Schad von Coller Capital

Michael Schad von Coller Capital: Zeigt Umfrageergebnisse Foto: Coller Capital

Die Marschroute ist eindeutig: Drei Viertel aller institutionellen Private-Equity-Investoren legen in den kommenden Monaten mehr Gewicht auf Gesundheit und Biotech. Dies geht aus dem jüngst erschienen Global Private Equity Barometer von Coller Capital hervor. Demnach glaubt die Hälfte der institutionellen Investoren, dass Investments in ESG-Themen die Private-Equity-Renditen steigern. Zwar seien die Risiken solcher Anlagen deutlich gestiegen, doch die Chancen weiterhin günstig.

„Die Tatsache, dass die wichtigsten ESG-Themen – Klima, Nachhaltigkeit und Gesundheit – ganz oben auf der Agenda der Investoren stehen, sollte niemanden überraschen“, sagt Jeremy Coller, Leiter Investment Management bei Coller Capital. „Die Tatsache jedoch, dass die Hälfte aller Private-Equity-Investoren glaubt, dass ESG-Investitionen an sich ihre Portfoliorenditen steigern werden, sollte ein Weckruf für alle sein, die ESG immer noch für ein PR-Tool halten.“

Private Equity bleibt trotz Risiken gefragt

In den vergangenen 18 Monaten sind die Risiken nach Ansicht der institutionellen Investoren deutlich gestiegen. Drei Viertel von ihnen befürchten, dass sich die geopolitischen Konflikte verschärfen. Zwei Drittel machen sich Sorgen über das regulatorische und steuerliche Umfeld. Ein Drittel der institutionellen Investoren in Nordamerika glaubt, dass sich die Politik von US-Präsident Joe Biden negativ auf die Renditen auswirkt. Gleichzeitig gehen 14 Prozent von positiven Effekten seiner Regierungsarbeit aus.

Eine deutliche Mehrheit der institutionellen Investoren in Nordamerika und Europa ist der Ansicht, dass momentan ein guter Zeitpunkt ist, um neue Private-Equity-Engagements einzugehen. Einfach sei dies jedoch nicht. Mehr als die Hälfte der Investoren aus Nordamerika denkt, dass es in letzter Zeit schwieriger geworden ist, die richtigen Fonds auszuwählen.

40 Prozent der Investoren sagen, dass sie jetzt seltener als in den vergangenen Jahren in Folgefonds ihrer aktuellen Fondsmanager einsteigen. Der Grund in den meisten Fällen: die schwache Fonds-Performance. Dementsprechend plant die Hälfte der Befragten, in den kommenden 18 Monaten vermehrt neue Fondsmanager anzusprechen.

Private-Equity-Renditen steigen

Zwei Drittel der institutionellen Investoren berichten von Netto-Gesamtrenditen zwischen 11 und 15 Prozent, ein weiteres Fünftel von Renditen über 16 Prozent. Seit der Finanzkrise 2008 war der Anteil von Investoren, die mehr alternative Anlagen kaufen wollen, noch nie so hoch wie jetzt.

75 Prozent der institutionellen Investoren haben mittlerweile auch Geld in solchen Fonds angelegt, die auf dem Sekundärmarkt für Private Equity aktiv werden sollen – mehr als ein Viertel von ihnen sogar über 10 Prozent ihres Volumens.