Private-Equity-Investments Die Managerselektion ist ausschlaggebend für den Investmenterfolg

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Weniger Gebühren, mehr Mitsprache

Einer der Vorteile von Direktinvestitionen ist die Vermeidung von Gebühren. Sie fallen bei Investitionen über zusätzliche Konstrukte wie zum Beispiel Fonds, Feeders oder Dachfonds an.

Auch ist die Einwirkungsmöglichkeit des Investors auf die getätigten Investitionen bei Direktbeteiligungen ungleich größer – bei gleichzeitig höherer Transparenz. Allerdings muss der Investor sich selbst um die Auswahl und Prüfung der Zielinvestitionen (beispielsweise Unternehmensbeteiligung oder einzelne Projekte) kümmern. Dies können lediglich die Investoren leisten, die über ausreichendes Kapital, entsprechendes Knowhow und funktionierende Netzwerke verfügen.

Investoren können selbst über verschiedene Plattformen auch niedrigere Beträge investieren – vor allem mittels Crowdfunding bei Venture Capital oder Wachstumsfinanzierungsprojekten. Allerdings besteht dann für ihn keine ausreichende Risikostreuung, da er nur in ein oder wenige Unternehmen oder Projekt investiert hat. Häufiger hat er auch keine Kontrolle über das weitere unternehmerische Geschehen.

Dieses Problem ergibt sich auch bei größeren Beteiligungen an etablierten Unternehmen im Rahmen von Co-Investitionen. Wichtig ist hier, noch bevor man die Beteiligung eingegangen ist eine klare Regelung zwischen den Investoren unter anderem hinsichtlich Strategie, Führung, Investitionsvorhaben und Exit-Plan vertraglich festzulegen. Hier ist der Einsatz der nötigen Ressourcen zur Prüfung des Vorhabens und Management des Zielunternehmens sowie eine fachliche Expertise unabdingbar für den Investitionserfolg.

Schnell erreichte Diversifizierung

In der Regel sind Anleger über einen einzelnen Private-Equity-Fonds nach dessen Investitionsperiode in acht bis zwölf Beteiligungsunternehmen investiert. Die Diversifizierung ist also wesentlich besser, zumal erfahrene Private-Equity-Fondsmanager die Auswahl, die Feinprüfung und das Management der Beteiligungsunternehmen leisten.

Allerdings beträgt die Mindestkapitalzusage seitens des Investors für jede Fondsinvestition je nach Fondsgröße in etwa 3 bis 10 Millionen Euro oder US-Dollar. Außerdem weiß der Anleger anfänglich nicht, in welche Unternehmen der Fondsmanager investieren wird. Das Investment hat also einen Blind-Pool-Charakter.

Und: Es fallen beim Fondsmanager während des Fondslebens von zehn bis zwölf Jahren jährliche oder projektbezogene Gebühren an. Das können Management-, Transaktions- oder Monitoring-Gebühren sein sowie eine Gewinnbeteiligung auf Fondebene oder eine transaktionsbezogen Beteiligung sein (Carried Interest).

Da die Renditenspanne zwischen den besten Fondsmanagern und den übrigen Managern beachtlich ist, ist die Auswahl der qualitativ besten Fondsmanager ausschlaggebend für den Gesamterfolg. Dies setzt beim Investor sehr gute Marktkenntnisse und einen sehr guten Netzwerkzugang voraus.

Optimal ist der Aufbau eines Portfolios von zehn bis zwölf Private-Equity-Fonds. Dann ist die Diversifizierung und Risikostreuung über Anlageregionen, Sektoren oder Investmentstile in der Regel ausreichend erfüllt – beispielsweise USA, Europa, Asien, Buyouts, Wachstumsfinanzierungen, Venture Capital, Primary, Sekundär- oder Co-Investments.

Indirekt investieren Anleger über die zehn bis zwölf Fonds in etwa 100 bis 150 Unternehmen. Allerdings müssten Investoren 30 bis 60 Millionen Euro/US-Dollar in die Hand nehmen, was nur wenige größere Vermögensträger wie sehr große Family Offices, Pensionskassen, Versorgungswerke und Lebensversicherungen leisten können.