Das alles komme der Rendite zugute, könne aber auch unter ESG-Aspekten sehr wertvoll sein. „Wir alle wissen, wo wir hinwollen, und jetzt müssen wir auch mal starten“ so Lindauer. Er und sein Team sind in 300 Fonds investiert. „Wir sind die Spinne im Netz. Wir reden mit allen, um im besten Fall dem einen Fonds sagen zu können, was der andere Fonds schon Gutes gemacht hat. Das alles mit dem Ziel, dass sich über die von uns empfohlene Vorgehensweise unsere Standards etablieren.“
So lässt sich in seinen Augen auch Greenwashing am besten vermeiden: „Im Private Equity gibt es den Spruch: Was nicht gemessen wird, wird auch nicht gemacht.“ Über Mehrheitsübernahmen sind laut Lindauer Private-Equity-Investoren oft in der Lage, Entwicklungen durchzusetzen, die sie für wichtig erachten: „Wir erwarten diesbezüglich einiges von unseren Managern.“
Die Manager sind auch gefordert, wenn es darum geht, die Risiken zu minimieren, die durch die hohe Inflation entstehen könnten. Die Assetklasse könne sogar auch bei steigenden Inflationsraten positive Realrenditen und Stabilität bieten, meint Christopher Bär, Mitgründer und Geschäftsführer bei Munich Private Equity Partners. Risiken sieht er aber vor allem durch steigende Preise bei Produktionsgütern wie Rohstoffen oder Energie.
Zudem könnten bei Unternehmen, in die investiert wurde, Kosten für Re-Finanzierungen wegen der gestiegenen Zinsen die Rendite schmälern. Dadurch rückt die Auswahl an Investments noch mehr in den Mittelpunkt: Höhere Zinsen führen schließlich bei der Berechnung des Unternehmenswerts auch dazu, dass die künftigen Gewinne aus heutiger Sicht weniger wert sind. Risiken, die derzeit leider nicht nur für die Assetklasse Private Equity gelten dürften.