Der Buyout-Markt erlebt 2025 eine Phase ungewöhnlicher Gleichzeitigkeit: Einerseits zeigt sich Selektivität – ausgelöst durch geopolitische Unsicherheiten, Preisdisziplin und eine nach wie vor verhaltene M&A-Aktivität. Laut Pitchbook lag das europäische Buyout-Transaktionsvolumen 2024 rund 25 Prozent unter dem Vorjahr und blieb auch 2025 im ersten Halbjahr unter dem Fünfjahresdurchschnitt.
Gleichzeitig bleiben die strukturellen Treiber intakt. Digitalisierung, Automatisierung, Gesundheitswesen und spezialisierte B2B-Dienstleistungen entwickeln sich unabhängig vom konjunkturellen Rauschen weiter. Diese Gleichzeitigkeit verlangt heute mehr denn je nach Präzision: Breite Allokationen allein erzeugen keine Überrendite mehr. Erfolg entsteht dort, wo Investoren Zugang zu den richtigen Transaktionen erhalten, die Qualität der Manager einschätzen können – und die nötige Flexibilität besitzen, um Kapital zielgerichtet einzusetzen.
Co-Investments spielen in diesem Umfeld eine wachsende Rolle. Nach unserer Beobachtung hat sowohl die Zahl der Co-Investment-Opportunitäten als auch das investierte Kapital in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – begünstigt durch steigende Transaktionsgrößen, Einzelinvestitionslimits der Fonds, ein herausforderndes Fundraising-Umfeld und eine wachsende Nachfrage institutioneller Anleger.
Co-Investments sind nicht länger ein Spezialinstrument für besonders aktive Investoren, sondern entwickeln sich zum strategischen Baustein institutioneller Private-Equity-Portfolios. Ihr Mehrwert entsteht aus einer Kombination aus Zugang, Transparenz, Renditepotenzial und – für viele Investoren zunehmend entscheidend – der Möglichkeit, Cashflows besser planbar zu machen.
Buyout im Small- und Mid-Cap-Segment: Wo in Europa heute Wert entsteht
Im Small- und Mid-Cap-Segment entsteht derzeit ein großer Teil der Wertschöpfung im europäischen Buyout-Markt. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Märkte sind fragmentiert, Geschäftsmodelle häufig Nischenführer mit klarer Differenzierung, die operative Weiterentwicklung gelingt schneller, und die Käuferbasis ist breiter. Für Investoren bedeutet das eine höhere Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Exits – selbst in Phasen, in denen der große M&A-Markt stockt.
Die Qualität der Manager entscheidet hier meiner Meinung nach stärker über den Erfolg als in jedem anderen Segment. Wer über ein tiefes operatives Verständnis verfügt, Strukturen konsequent professionalisiert und Buy-and-Build-Potenziale erkennt, kann auch in einem gedämpften Marktumfeld Wert generieren. Für Co-Investoren entsteht daraus eine interessante Dynamik: Der Zugang zu diesen spezialisierten Managern ist begrenzt, doch Co-Investments öffnen selektiv Türen, die über Primaries allein nicht erreichbar wären.
Ein weiterer Vorteil des Small-/Mid-Cap-Segments ist das breitere Käuferfeld, das kürzere Haltedauern ermöglicht. Im Large-Cap-Bereich, wo IPOs einen großen Teil der Exits ausmachen, sehen wir dagegen bis zu zwei Jahre längere Haltedauern.
Die Erfahrung zeigt, dass gerade in stagnierenden Marktphasen gute Investments entstehen – nicht trotz, sondern wegen der Zurückhaltung vieler Marktteilnehmer. Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen erhalten weniger Aufmerksamkeit, Bewertungsdisziplin nimmt zu, und Verkäufer sind eher bereit, konstruktive Lösungen zu finden. Co-Investoren, die schnell reagieren und fundiert prüfen können, profitieren davon.
Warum Co-Investments heute einen strukturellen Vorteil bieten können
Dass Co-Investments in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben, liegt nicht nur an Kosten- oder Renditeeffekten. Der entscheidende Punkt ist ein anderer: Sie ermöglichen institutionellen Investoren eine Art von Transparenz, Kontrolle und Flexibilität, die im Private-Equity-Markt lange Zeit schwer erreichbar war.