private banking magazin: Die globale Ausschüttungsquote von Buyout-Fonds liegt derzeit unter 15 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV). Sie weisen auch darauf hin, dass sich rund 32.000 nicht veräußerte Portfoliounternehmen im Wert von 3,8 Billionen US-Dollar in den Portfolios befinden. Wie außergewöhnlich sind diese Zahlen?
Paul Newsome: Diese Zahlen liegen deutlich außerhalb der historischen Norm. Die Ausschüttungen globaler Buyout-Fonds beliefen sich in der Vergangenheit typischerweise auf rund 20 bis 30 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV), wobei in besonders starken Exit-Jahren wie 2007 oder 2021 sogar höhere Werte erreicht wurden.
Seit 2022 liegt diese Quote jedoch unter 15 Prozent. Gleichzeitig befinden sich rund 32.000 Buyout-finanzierte Unternehmen mit einem geschätzten nicht realisierten Wert von 3,8 Billionen US-Dollar weiterhin in den Portfolios. Das stellt einen erheblichen Bruch im üblichen Kapitalrückführungskreislauf dar: Ein deutlich größerer Teil der Wertschöpfung verbleibt in den Portfoliounternehmen, anstatt an die Investoren zurückzufließen.
Wie ist dieser Engpass entstanden?
Newsome: Es handelt sich eher um einen klaren Bruch, ausgelöst durch den abrupten Rückgang der Exit-Aktivität nach dem außergewöhnlich starken Exit-Umfeld des Jahres 2021. Daraus entwickelte sich der andauernde Engpass. Einen einzelnen Auslöser gab es nicht. Hohe Bewertungserwartungen führten zu einer Lücke zwischen den Preisvorstellungen der Verkäufer und der Zahlungsbereitschaft der Käufer.
Gleichzeitig ging die IPO-Aktivität deutlich zurück. Das Ergebnis waren niedrigere Exit-Volumina und längere Haltedauern: Der durchschnittliche Zeitraum bis zum Exit liegt heute bei rund sieben Jahren, und etwa 40 Prozent der Portfoliounternehmen befinden sich seit mehr als fünf Jahren im Bestand.
Bleiben einzelne Branchen von diesem Rückstau verschont?
Newsome: Die Marktdaten sprechen dafür, dass es sich um ein branchenweites Phänomen handelt. Die Haltedauern haben sich deutlich verlängert, und ein erheblicher Teil der Portfoliounternehmen wird inzwischen seit mehr als fünf Jahren gehalten. Dadurch konzentriert sich der Rückstau zwangsläufig auf reifere Beteiligungen.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
private banking magazin: Die globale Ausschüttungsquote von Buyout-Fonds liegt derzeit unter 15 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV). Sie weisen auch darauf hin, dass sich rund 32.000 nicht veräußerte Portfoliounternehmen im Wert von 3,8 Billionen US-Dollar in den Portfolios befinden. Wie außergewöhnlich sind diese Zahlen?
Paul Newsome: Diese Zahlen liegen deutlich außerhalb der historischen Norm. Die Ausschüttungen globaler Buyout-Fonds beliefen sich in der Vergangenheit typischerweise auf rund 20 bis 30 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV), wobei in besonders starken Exit-Jahren wie 2007 oder 2021 sogar höhere Werte erreicht wurden.
Seit 2022 liegt diese Quote jedoch unter 15 Prozent. Gleichzeitig befinden sich rund 32.000 Buyout-finanzierte Unternehmen mit einem geschätzten nicht realisierten Wert von 3,8 Billionen US-Dollar weiterhin in den Portfolios. Das stellt einen erheblichen Bruch im üblichen Kapitalrückführungskreislauf dar: Ein deutlich größerer Teil der Wertschöpfung verbleibt in den Portfoliounternehmen, anstatt an die Investoren zurückzufließen.
Wie ist dieser Engpass entstanden?
Newsome: Es handelt sich eher um einen klaren Bruch, ausgelöst durch den abrupten Rückgang der Exit-Aktivität nach dem außergewöhnlich starken Exit-Umfeld des Jahres 2021. Daraus entwickelte sich der andauernde Engpass. Einen einzelnen Auslöser gab es nicht. Hohe Bewertungserwartungen führten zu einer Lücke zwischen den Preisvorstellungen der Verkäufer und der Zahlungsbereitschaft der Käufer.
Gleichzeitig ging die IPO-Aktivität deutlich zurück. Das Ergebnis waren niedrigere Exit-Volumina und längere Haltedauern: Der durchschnittliche Zeitraum bis zum Exit liegt heute bei rund sieben Jahren, und etwa 40 Prozent der Portfoliounternehmen befinden sich seit mehr als fünf Jahren im Bestand.
Bleiben einzelne Branchen von diesem Rückstau verschont?
Newsome: Die Marktdaten sprechen dafür, dass es sich um ein branchenweites Phänomen handelt. Die Haltedauern haben sich deutlich verlängert, und ein erheblicher Teil der Portfoliounternehmen wird inzwischen seit mehr als fünf Jahren gehalten. Dadurch konzentriert sich der Rückstau zwangsläufig auf reifere Beteiligungen.
Es gibt jedoch keine ausreichenden Hinweise darauf, dass einzelne Branchen besonders betroffen oder weitgehend immun wären. Aus unserer eigenen Investmentstrategie sehen wir, dass Unternehmen, denen heute ein erfolgreicher Exit gelingt, in der Regel vier Merkmale vereinen: eine führende Marktposition, starke finanzielle Fundamentaldaten, ein Engagement in resilienten Sektoren sowie klar erkennbare, langfristige Wachstumstreiber.
Warten die General Partner auf bessere Exit-Bedingungen? Und ab wann wird dieser Liquiditätsstau zu einem echten Risiko für Investoren?
Newsome: Die General Partner warten keineswegs einfach ab. Eine der wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Jahre ist das Wachstum GP-geführter Secondary-Transaktionen, insbesondere sogenannter Continuation Vehicles. Sie ermöglichen es Fondsmanagern, qualitativ hochwertige Unternehmen länger im Portfolio zu halten und bestehenden Limited Partners gleichzeitig die Wahl zu lassen, ihre Beteiligung zu verkaufen oder investiert zu bleiben.
Zu einem echten Risiko wird der Rückstau dann, wenn Kapital nicht mehr effizient recycelt wird: Die Allokationsspielräume der Investoren werden eingeschränkt, Fundraising wird schwieriger und der Bedarf an Liquidität steigt. Deshalb ist die Auswahl des richtigen Fondsmanagers heute wichtiger denn je. Bei Sagard betrachten wir Liquidität in jeder Phase des Investmentprozesses und kombinieren Direktinvestitionen mit Secondaries, um Portfolios dynamischer zu steuern. Unser Ziel ist es, die Qualität der Investments zu sichern und Zwangsverkäufe zu ungünstigen Bewertungen zu vermeiden.