Für Investments in alternative Anlagen Munich Re und Hannover Re wollen Teile ihrer Kapitalanlage zusammenlegen

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Für Investments in alternative Anlagen
Munich Re und Hannover Re wollen Teile ihrer Kapitalanlage zusammenlegen
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Joachim Wenning (l.), Vorstandschef der Munich Re und sein Amtskollege Jean-Jacques Henchoz von der der Hannover Re

Joachim Wenning (l.), Vorstandschef der Munich Re und sein Amtskollege Jean-Jacques Henchoz von der der Hannover Re: Die beiden Rückversicherer planen, Teile ihrer Kapitalanlage zusammenzulegen, wollen so erreichen, flexibler in alternative Anlageklassen investieren zu können. Foto: Imago Images / argum , Imago Images / sepp spiegl

Die Münchener Re und die Hannover Re, planen Teile ihrer Kapitalanlage gemeinsam zu steuern. Wie aus einer Veröffentlichung der Behörde hervorgeht, haben die beiden größten deutschen Rückversicherer – Munich Re hat eine Bilanzsumme von über 312 Milliarden Euro, ist damit weltweit größter Rückversicherer, die Niedersachsen, die zum Talanx-Konzern gehören, liegen mit knapp 83 Milliarden Euro auf dem dritten Platz – deshalb beim Bundeskartellamt ein Gemeinschaftsunternehmen angemeldet.

Es gehe um die Gründung eines „Joint Venture, um im Bereich der Kapitalanlagen selektiv Investitionen in alternative Assetklassen zu verfolgen“, erklärten Sprecher beider Rückversicherer gleichlautend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. „Es soll auch dazu dienen, die Diversifikation in einem gemeinsamen Portfolio zu verbessern.“ Näher wollten beide Unternehmen sich bislang nicht äußern.

 

 

 

Zu alternativen Vermögensklassen werden nicht öffentliche Beteiligungen gezählt, etwa Infrastruktur-Projekte, Investment in Rohstoffe, Immobilien oder Risikobeteiligungen außerhalb des regulierten Aktienmarktes. Aber auch Kryptowährungen und sogenannte CAT-Bonds: Katastrophenanleihen, deren Zahlungspflicht vom Eintritt einer bestimmten Naturkatastrophe abhängt, zählen dazu, da auch diese außerbörslich gehandelt werden. In welche Assetklassen konkret investiert werden soll, teilten die Versicherer noch nicht mit. Auch, wer das Gemeinschaftsunternehmen leiten soll, ist noch offen.

In den vergangenen Jahren niedriger Zinsen, sind alternative Investments für Versicherer immer erstrebenswerter geworden, da sie interessantere Renditen bei höherem Risiko abwerfen. Der Zusammenschluss würde deshalb also durchaus Sinn ergeben. Beide Versicherer dürften nach einer Kooperation höchstwahrscheinlich größere Beteiligungen als bislang tätigen. Rückversicherer sind bei alternativen Investments in der Regel nur begrenzt handlungsfähig, da sie verpflichtet sind, ihr Geld eher konservativ anzulegen. Schließlich sichern sie Großschäden ab, von denen ein einziger immense Kosten verursachen kann. Deshalb ist eine hohe Risikotragfähigkeit in Form von Kapitalanlagen nötig. Auch die Eigenkapitalausstattung muss in der Regel höher ausfallen, als bei Erstversicherern.