Private-Credit-Studie 250 Milliarden Dollar liegen brach

Großanleger finanzieren immer häufiger die sogenannte Realwirtschaft, zum Beispiel Hafenbetreiber.  | © Alternative Credit Council

Großanleger finanzieren immer häufiger die sogenannte Realwirtschaft, zum Beispiel Hafenbetreiber. Foto: Alternative Credit Council

Der Markt für Privatfinanzierungsgeschäfte (Private Credit) wächst. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen und nun auch eine Studie der Alternative Investment Management Association (AIMA) in Zusammenarbeit mit der internationalen Kanzlei Dechert. Der Informationsdienst Absolut Research zitiert aus der Studie („Financing the Economy 2018“) und beziffert das Gesamtvolumen des investierten Kapitals am Ende des vergangenen Jahres auf 420 Milliarden US-Dollar, wobei zusätzlich 246 Milliarden US-Dollar von Geldgebern zugesagt worden und für weitere Investitionen zur Verfügung stehen.

Laut der Studie stellen sich die Großanleger zunehmend breiter auf und investieren auch außerhalb des Segments mittelgroßer Firmen: Dies betreffe neben Finanzierungen von Großunternehmen und Startups auch alternative Strategien wie Asset-Backed oder Real Estate. Auf Seiten der Schuldner sorge diese Verbreiterung der Strategien zu einer Ausweitung des Angebots an Finanzierungsstrukturen und Kapitalquellen. Befragt wurden rund 70 Private Credit Manager. 

Mit Blick auf die einzelnen institutionellen Investoren stellen Pensionsfonds mit 35 Prozent des Kapitals die größte Gruppe dar, gefolgt von Versicherungen mit 31 Prozent. Fast die Hälfte der Investoren stammt aus Europa einschließlich Großbritannien. Auffällig ist laut Absolut Research, dass Versicherer in Europa eine wesentlich größere Rolle spielen als Kapitalgeber in Nordamerika. Offenbar bevorzugen die Anleger eine Position weiter oben in der Kapitalstruktur; mehr als 40 Prozent sind über Senior-Secured-Strategien investiert (siehe Diagramm). Am weitesten verbreitet sind Fondsstrukturen mit fester Laufzeitbeschränkung. 

Erstrangig besicherte Darlehen bilden den größten Posten im Portfolio des typischen Private Credit Managers. 

Die Ausgestaltung der Gebührenstruktur von Private-Credit-Fonds hängt laut der Studie von mehreren Faktoren ab, darunter Strategie, Risiko, Renditeerwartungen und Fondsstruktur. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs seien die Kosten in den vergangenen Jahren tendenziell zurückgegangen. Im Mittel betragen die Kosten 1,29 Prozent zuzüglich einer erfolgsabhängigen Gebühr von 15 Prozent. 

Die vollständige Studie finden Sie hier: Financing the Economy 2018