Analyse der Gesellschaft für Qualitätsprüfung Das sind die Top-Anbieter aus dem Private-Banking-Test 2023

Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsführung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung

Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsführung der Gesellschaft für Qualitätsprüfung: Der Private-Banking-Test machte 2023 insgesamt 65 „Top-Anbieter“ aus. Foto: Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH

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Unabhängige Vermögensverwalter, Private-Banking-Abteilungen von ausgewählten Regionalbanken sowie Großbanken und Privatbanken: Insgesamt 169 Anbieter hat die Gesellschaft für Qualitätsprüfung im Private-Banking-Test 2023 unter die Lupe genommen. Die Anbieter mussten sich bis Ende vergangenen Jahres anmelden. Weitere namhafte Dienstleister, und Anbieter, die in anderen Markttests regelmäßig gut abschnitten, wurden ebenso überprüft.

Der Testfall für die Private-Banking-Anbieter

In der Auswertung selbst wurden die Anbieter mit einem Testfall konfrontiert, in dem ein vermögender Kunde auf der Suche nach einem neuen Dienstleister für das Asset Management seines liquiden Vermögens war. Aufgrund des höheren Zinsniveaus im Vergleich zum Vorjahr wurde der Testfall angepasst: Für die Anlagesumme von rund 3 Millionen Euro wurde die Zielrendite nun auf mindestens 6 Prozent pro Jahr (nach Kosten und vor Steuern) erhöht. Die Aktienquote sollte jedoch weiterhin bei maximal 50 Prozent liegen. „Dieser Zielkonflikt ist und bleibt eine wichtige Aufgabenstellung im Rahmen unseres Tests“, sagt Kai Fürderer, Mitglied der Geschäftsführung bei der Gesellschaft für Qualitätsprüfung.

 

Der Testaufbau – mit einem Erst- und Vor-Ort-Gespräch – sowie der Fragebogen blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Im Rahmen eines ersten Telefonats oder auch in einer Videoberatung sollte der Kunde die Gelegenheit haben, die Anbieter kennenzulernen sowie die eigenen Anforderungen zu formulieren. Dabei ging es sowohl um die Renditeerwartung als auch um die konkrete Erwartungshaltung an ein persönliches Beratungs- oder Vor-Ort-Gespräch. Nur mit Anbietern, die die Anforderungen erfüllen konnten, wurde ein Zweit-Termin vereinbart.

Die Kriterien für die Auswertung und neues K.o.-Verfahren

Bei der Bewertung setzt das Team der Gesellschaft für Qualitätsprüfung auf ein dreidimensionales Kriterienmodell, in dessen Rahmen Schulnoten vergeben wurden:

  • den Digital-Check mit einer Gewichtung von 20 Prozent
  • das Erstgespräch mit einer Gewichtung von 30 Prozent
  • das Zweit- oder Vor-Ort-Gespräch mit einer Gewichtung von 50 Prozent

Aufgrund der großen Zahl der überprüften Anbieter hat die Gesellschaft für Qualitätsprüfung in diesem Jahr ein K.o.-Verfahren eingeführt. Nur mit Banken und Vermögensverwaltern, die im Erstgespräch eine bessere Note als 2,0 erhielten, wurde ein Zweitgespräch vereinbart. In diesem Zuge sind 104 Anbieter vorzeitig ausgeschieden (siehe Tabelle auf Seite 6).

Welche Anbieter in den jeweiligen Kategorien am besten abschneiden konnten und welche 65 mit einer „exzellenten Beratungsqualität“ prämiert wurden, lesen Sie auf den kommenden Seiten.

Die Top-Anbieter des Digital-Checks

Der Digital-Check floss mit einer Gewichtung von 20 Prozent in das Ranking der Gesellschaft für Qualitätsprüfung ein. Dabei ging es vor allem um den digitalen Ersteindruck beim Besuch der Anbieter-Homepage mit dem Fokus des Kunden auf dem Thema „Vermögensverwaltung“. Als Bewertungsfaktoren spielten unter anderem Transparenz, die Anlagephilosophie, die Kontaktmöglichkeiten, Marktberichte, Newsletter und die Online-Terminvereinbarung eine wichtige Rolle. „Beim Digital-Check haben wir eine deutliche Steigerung bei der jeweiligen Internetpräsenz festgestellt“, bewertet Fürderer das Abschneiden der Anbieter.

Oftmals vermisst wurde von den Testern jedoch:

  • Eine klare Beschreibung der Dienstleistung „Vermögensverwaltung“ bezüglich der Kosten und der Einstiegssumme 
  • Die Darstellung der richtigen Ansprechpartner (aus Sicht des Interessenten) mit den persönlichen Kontaktdaten 
  • Die Möglichkeit für eine schnelle Kontaktaufnahme oder eine Online-Terminvereinbarung  

Diese Anbieter erreichten im Digital-Check mindestens eine 2,0 als Note:

Die Top-Anbieter des Erstgesprächs

Das Erstgespräch ging mit einer Gewichtung von 30 Prozent in die Bewertung der Anbieter ein. Die durchschnittliche Beratungszeit für die Erstgespräche lag bei 30 Minuten, die Bandbreite reichte von 10 Minuten bis hin zu 90 Minuten. Bei den Top-Anbietern betrug die durchschnittliche Gesprächszeit im Rahmen des Erstgesprächs fast 45 Minuten. „Darin sieht man schon sehr deutlich den Unterschied im Vergleich zu den Durchschnittsergebnissen“, sagt Fürderer. Auch in diesem Jahr wurden die ersten Gespräche nur selten in einer Videokonferenz durchgeführt – mit mehr als 10 Prozent lag der Anteil aber höher als noch im Vorjahr.  

Neben der angemessenen Besprechung der Anforderungen achteten die Tester in diesem ersten Gespräch darauf, wie umfangreich die Kundensituation erfragt und dokumentiert wurde und welche Gestaltungsmöglichkeiten oder Alleinstellungsmerkmale bereits besprochen wurden. Zudem wurde die Terminbestätigung des folgenden und bevorstehenden Vor-Ort- oder Beratungsgesprächs bewertet – inklusive Bestätigung, dem Protokoll des Erstgesprächs und einer Anfahrtsbeschreibung oder ähnlicher Zusatzinformationen.

Die wesentlichen Knackpunkte waren in der Kategorie: 

  • Eine umfangreiche Datenabfrage (persönliche Daten, finanzielle Situation und Präferenzen im Rahmen der Vermögensanlage/-verwaltung) 
  • Die Abstimmung der Erwartungshaltung für das Zweit- bzw. Vor-Ort-Gespräch 
  • Die Abfrage aller Kontaktdaten in Verbindung mit einer Nachricht im Nachgang (unter anderem mit weiteren Informationen für den Interessenten) 

Diese Anbieter erreichten im Erstgespräch mindestens eine 2,0 als Note:

Die Top-Anbieter des Zweit- oder Vor-Ort-Gesprächs

Mit 50 Prozent Gewichtung die wichtigste Disziplin im Private-Banking-Test 2023 war das Zweit- oder Vor-Ort-Gespräch. Im Fokus stand dabei die Frage, wie die Anbieter die Vorgaben des Testkunden konkret umsetzten und den Zielkonflikt zwischen angestrebter Rendite und gewünschter maximaler Aktienquote lösen. „In einigen Fällen fiel uns auf, dass die Ansprechpartner im Erst- und Zweitgespräch nicht identisch waren und dies nicht selten dazu führte, dass die mangelnde Vorbereitung auf das Zweitgespräch schnell auffiel und der neue Gesprächspartner dem anderen sehr oft ins Wort gefallen ist“, berichtet Fürderer. „Das ist ein Verhalten, was wahrscheinlich die meisten Interessenten abschreckt.“ In mehr als 50 Prozent der Fälle dauerten die Gespräche länger als zwei Stunden.

Die größten Unterschiede in dieser Kategorie waren folgende: 

  • Umgang, Ansprache und Visualisierung mit dem oben genannten Zielkonflikt in Verbindung mit einer konkreten Handlungsempfehlung 
  • Ein konkreter Vorschlag für das Portfolio am „Tag 1“ – unter anderem zur Verdeutlichung der operativen Vorgehensweise und der eigenen Überzeugung und der Stärken im Asset Management 
  • Verständliche und verbindliche Vorstellung einer konkreten Vermögensverwaltungsgebühr 
  • Die Aushändigung eines „Muster-VV-Vertrags“  
  • Erhaltene Unterlagen und das Engagement im Nachgang des Zweitgesprächs
  • Zu oft lagen selbst am Ende nicht alle Kontaktdaten vor (aus der Auswahl von Adresse, Festnetz, Mobilnummer und Mailadresse)

Diese Anbieter erreichten im Zweit- oder Vor-Ort-Gespräch mindestens eine 2,0 als Note:

Die Top-Anbieter des Private-Banking-Tests 2023

In 10.000 Gesprächsminuten überprüften vier Testpersonen über fünf Monate die Beratungsqualität im Private Banking von Privat-, Regional- und Großbanken sowie von Vermögensverwaltern – nie zuvor war der Aufwand für einen Private-Banking-Test so hoch. Am Ende erhielten 48 Anbieter mindestens eine Gesamtnote von 2,0 und wurden somit für ihre „exzellente Beratungsqualität“ ausgezeichnet. 

Auch im kommenden Jahr führt die Gesellschaft für Qualitätsprüfung wieder einen Private-Banking-Test durch. Jeder Anbieter, der im Jahr 2024 berücksichtigt werden möchte, kann sich bereits heute und bis zum 31. Januar 2024 für den Private-Banking-Test 2023 anmelden. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Diese Anbieter erreichten im Private-Banking-Test das Prädikat „exzellente Beratungsqualität“:

Hinweis: Bei Notengleichheit wurden die Ränge alphabetisch sortiert.

Aufgrund der großen Zahl an überprüften Anbietern hat die Gesellschaft für Qualitätsprüfung beim Private-Banking-Test 2023 ein K.o.-Verfahren eingeführt. Anbieter erhielten nur ein Zweit- beziehungsweise Vor-Ort-Gespräch, wenn die Note im Erstgespräch besser als 2,0 war. Bei 104 Häusern war dies nicht der Fall. „Diese Anbieter waren oft gut, aber das Kriterium war ‚sehr gut‘, weil nur dann die Anbieter und deren Angebot für eine Vermögensverwaltung für unseren Kunden von Interesse waren“, begründet Fürderer das Verfahren.

  

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