Private-Banking-Studie der LGT Wohlhabende sind mit ihren Privatbanken weniger zufrieden

Im Frühjahr 2014 war der Cash-Anteil im Portfolio Schweizer Anleger mit 29 Prozent weiter hoch. Ebenso viele planen jedoch den Anteil zugunsten einer anderen Anlageklasse runterzuschrauben. Das zeigt die Anlegerstudie der LGT. In ihrem Auftrag erstellte die Abteilung für Asset Management der Johannes Kepler Universität Linz den Private Banking Report 2014 zum Anlageverhalten von Private-Banking-Kunden in Österreich und der Schweiz.

Rohstoffe (4 Prozent) und alternative Investments (5 Prozent) haben die Anleger demnach kaum im Portfolio. Im Schnitt erwirtschafteten die Schweizer Befragten mit ihren Anlagen eine Performance von 8,9 Prozent – in Österreich waren es 5,1 Prozent. Damit waren in der Schweiz 56 Prozent und in Österreich 30 Prozent der Studienteilnehmer zufrieden. Zum Vergleich: Im letzten Report zeigten sich nur 15 Prozent der Schweizer und 16 Prozent der Österreicher mit der Rendite zufrieden.

Die Rendite steht für die Kunden auch bei der Beratung an erster Stelle. Der Wunsch, eine bessere Anlagerendite zu erzielen, ist für die Befragten eines der wichtigsten Beratungsbedürfnisse. Und das bereits seit Erhebung der ersten Studie im Jahr 2010. Dieser Wunsch bleibt laut den Kunden jedoch weiter ungenügend erfüllt.

Auch mit ihrer eigenen Bank sind die Schweizer weniger zufrieden – obwohl das Niveau sehr hoch bleibt: 81 Prozent sind mit ihrem Institut zufrieden oder sehr zufrieden. 2012, im letzten Report,  waren es noch 88 Prozent. In Österreich zeigten sich erneut 73 Prozent mit der eigenen Bank zufrieden. Die Befragten beurteilen die Leistung der Privatbanken insgesamt höher (75 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden) als die der Großbanken (73 Prozent).

Die Studie zeigt auch, dass die Familien Erbfragen grundsätzlich und detailliert besprechen – in der Schweiz in 30 Prozent und in Österreich in 29 Prozent der Fälle. Rund die Hälfte der Private-Banking-Kunden hat bereits allgemein über Erbfragen gesprochen. In jedem zweiten Fall in der Schweiz kennt der Private-Banking-Berater jedoch die erwachsenen Kinder seines Kunden nicht. In Österreich ist das in 30 Prozent der Fälle so.

Den Kontakt halten die Kunden insgesamt vor allem mittels moderner Technik: Für zwei Drittel ist der Kontakt über E-Mails wichtig oder sehr wichtig. Ebenso viele nutzen mittlerweile auch E-Banking-Services, um Depotinformationen abzufragen und Aufträge zu übermitteln. Social-Media-Dienste haben bisher kaum Bedeutung. Zwar geben 40 Prozent der Befragten an, Social Media zu nutzen – die Hälfte macht dies jedoch nicht im Zusammenhang mit Finanzthemen. Rund 15 Prozent pflegen immerhin Kontakte im Finanzbereich über die sozialen Medien. 10 Prozent tauschen sich mit anderen über Wirtschafts-, Finanz- und Anlagethemen aus.

Die Studie fragte die Teilnehmer auch nach ihrer Einschätzung zum automatischen Informationsaustausch unter Banken. In der Schweiz stimmten 10 Prozent für den Austausch inländischer Banken mit ausländischen Instituten. 51 Prozent finden dies nur unter bestimmten Bedingungen gut – so solle es eine faire Lösung für bisher unversteuerte Vermögen geben und sämtliche wichtige Finanzplätze einbezogen sein.

In Österreich stimmten 15 Prozent auf jeden Fall und 62 Prozent unter bestimmten Voraussetzungen dem Vorschlag zu. Für Inländer hingegen lehnen 56 Prozent der Schweizer Befragten einen automatischen Informationsaustausch zwischen inländischen Behörden ab. Lediglich 15 Prozent befürworten eine Lockerung des Bankgeheimnisses und 27 Prozent befürworten ihn unter bestimmten Bedingungen. In Österreich sind 40 Prozent der Befragten gegen eine Lockerung des Bankgeheimnisses gegenüber Inländern, 12 Prozent befürworten einen automatischen Informationsaustausch voll und ganz und 47 Prozent unter bestimmten Bedingungen.