Fuchsbriefe Private-Banking-Test „Für uns gilt die Kundenlogik und Kundensicht“

Ralf Vielhaber ist Herausgeber und Chefredakteur des Fuchsbriefe Verlags

Ralf Vielhaber ist Herausgeber und Chefredakteur des Fuchsbriefe Verlags

private banking magazin: Herr Vielhaber, der Fuchsbriefe Verlag veröffentlicht den Private-Banking-Markttest „Tops“ künftig scheibchenweise und bereits vor dem Private-Banking-Gipfel im November. Was steckt dahinter?

Ralf Vielhaber: Die wöchentliche Veröffentlichung von mehreren Testergebnissen bettet sich ein in die gesamte Digitalisierungsstrategie unseres Verlagshauses. Vor zwei Jahren haben wir damit begonnen, unsere Inhalte verstärkt im Internet zu veröffentlichen und darüber ein eigenes Geschäftsmodell aufzubauen.

Bei den Überlegungen, wie wir mit unseren Inhalten – darunter Schwerpunktpublikationen wie „Tops - Vermögensmanagement im Test“ – umgehen, kamen wir schnell zu der Auffassung, dass wir Digitalisierung mit Dynamisierung verbinden wollen. Während eine Print-Publikation statisch ist, bietet die Online-Präsentation der Testergebnisse mehr Möglichkeiten.

Und nebenher eine höhere Aufmerksamkeit.

Vielhaber: Genau; aus Verlagssicht natürlich ein angenehmer und gewollter Effekt. Aber die Online-Veröffentlichung bietet auch dem Interessierten einen Mehrwert. Sie ist an keine Form gebunden und daher besser geeignet, die einzelnen Alleinstellungsmerkmale der Getesteten darzustellen und zu differenzieren. Bisher mussten wir in der Print-Publikation an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen, weil wir dort an Form und Layout gebunden waren.

Insgesamt wollen wir unsere Leser mehr am Test und den Auswertungen teilhaben lassen. Ziel ist es, den einzelnen Private-Banking-Anbietern gerecht zu werden – fair, aber auch konsequent in der Bewertung – und dem Leser die Qualität der Branche so transparent aufzubereiten, dass das Lesen noch Vergnügen bereitet.

Wie gehen Sie künftig mit der Print-Version des Private-Banking-Markttests „Tops“ um?

Vielhaber: Die wird weiterhin im Rahmen des Berliner Private-Banking-Gipfel in Berlin veröffentlicht. Hier wollen wir künftig noch stärker das Lesevergnügen in den Vordergrund stellen. Daher wird die Publikation nicht mehr ganz so dick sein. Ähnlich werden wir uns künftig übrigens auch beim Stiftungsmanager- und Broker-Test aufstellen – Print wie Online.

Was veröffentlichen Sie jetzt jede Woche?

Vielhaber: Seit Mitte Juni gibt es jede Woche aufbereitete Testergebnisse vom Beratungsgespräch – neben den Bereichen Vermögensstrategie, Transparenz und Portfolioqualität einer der vier Bewertungsbausteine des Tops. Ab September werden wir die Veröffentlichungsrate dann erhöhen und bis zu fünf Mal die Woche Ergebnisse publizieren.

Sie haben das Test-Design leicht angepasst. Was ist anders als die Jahre zuvor?

Vielhaber: Unser Ansatz ist, sich zu fragen, wie ein Kunde in eine solche Private-Banking-Beratung reingeht und welche Erwartungen er oder sie hat. Macht das Gespräch Lust auf mehr, ja oder nein? Kann sich der Kunde vorstellen mit dem Anbieter weiterzumachen? Insofern steht das Beratungsgespräch an erster Stelle.

Entsprechend werden wir künftig so konsequent sein, dass nur wer im Erstberatungsgespräch zu überzeugen wusste, in die nächste Bewertungsrunde kommt. Dort nehmen sich dann Dr. Jörg Richter vom IQF – Institut für Qualitätssicherung und Prüfung von Finanzdienstleistungen und Christian Libor vom Analysehaus Quanvest Anlagevorschlag und Portfolioqualität vor. Ansonsten hat sich an dem bewährten Testverfahren nichts geändert.

Für einige Häuser wird also nach dem Beratungsgespräch Schluss sein. Wo ziehen Sie da die Grenze?

Vielhaber: Im Top-Gesamttest gibt es für das Beratungsgespräch maximal 40 Punkte. Wer nicht wenigstens zwei Drittel davon erlangt, wird aussortiert. Im nächsten Testjahr ist dieser Anbieter aber natürlich wieder dabei. Die Private-Banking-Branche ist volatil; fortlaufend tut sich was. Berater wechseln den Arbeitgeber. Hinzu kommen häufigere Strategiewechsel der Häuser. Insofern kann man da gut dran bleiben, um zu zeigen, wie sich die einzelnen Anbieter im Lauf der Zeit entwickeln und positionieren.

Es gibt immer mal wieder kritische Stimmen, die bemängeln, dass Sie jeweils nur einen Tester zu jedem Haus schicken.

Vielhaber: Auch da gilt für uns die Kundenlogik und Kundensicht. Ein Kunde erwartet von einem Anbieter ein durchgängiges Qualitätsniveau in der Beratung – völlig zu recht übrigens. Natürlich kann ein Tester mal auf eine ausgesprochene Niete in einem Haus treffen. Passieren darf das aber eigentlich nicht. Dafür ist das Management in den Banken zuständig.

Vergleichen Sie es mit einem Vorstellungsgespräch. Da haben Sie als Bewerber auch nur eine Gelegenheit zu überzeugen. Im Übrigen relativieren sich Ausrutscher in unserer Ewigen Bestenliste. Dort mitteln wir die Ergebnisse über viele Jahre hinweg. Man sieht dort, ob Qualität auch Kontinuität hat.

>>Hier gelangen Sie zum TOPs 2016 – Vermögensmanagement im Live-Test