Pflichttermin in der BMW-Welt Das war der 39. private banking kongress in München

Closing Keynote mit Politik- und Wirtschaftsredakteur Michael Bröker, Chefredakteur bei Table.Media mit einem Vortrag zwischen Hauptstadt und Kapitalmarkt

Closing Keynote mit Politik- und Wirtschaftsredakteur Michael Bröker, Chefredakteur bei Table.Media, mit einem Vortrag zwischen Hauptstadt und Kapitalmarkt Bildquelle: Matthias Oertel

Der private banking kongress hat erneut in München Station gemacht. Im Herzen von Bayern kamen Entscheider aus dem Private Wealth Management, der institutionellen Kapitalanlage und dem Stiftungsmanagement zusammen. Die Veranstalter von rehblau events luden zur 39. Auflage der Branchenveranstaltung ein – dieses Jahr erstmalig in der BMW-Welt am Olympiapark. 

Den Auftakt machte eine Frau, die weiß, was Weitblick bedeutet: Suzanna Randall, Astrophysikerin am European Southern Observatory. Ihr Thema der Opening-Keynote, „mein Weg ins All“, spricht für sich. Der Kongress setzte damit ein klares Signal: Neue Perspektiven kommen von außen.

 

Danach wurde es konkret. Tristan Schirra von Swiss Life Asset Managers zeigte, warum Infrastruktur mehr ist, als erneuerbare Energien. Parallel dazu erklärte Mario Timpanaro von Aquis Capital, wie Vietnam als Investitionsstandort an Dynamik gewinnt.

Der private-banking-magazin-Talk am Vormittag griff auf, was in der Wealth-Branche ersehnt wie befürchtet wird: die nächste Generation. Herausgeber Malte Dreher hat mit Stephan Gerwert von PwC, Daniel Sauerzapf von Hauck Aufhäuser Lampe, Investment Strategin Heidi Abraham und weiteren Experten diskutiert, wie Erben zu Gestaltern werden.

Private-Wealth-Berater müssen rational bleiben 

Am Nachmittag drehte sich vieles um unternehmerische Substanz. Jörg Plesse erklärte, worauf es beim Gesellschaftsvertrag wirklich ankommt. Dirk Stoess von Cormens hat die Teilnehmer mit hinter die Kulissen von Unternehmerfamilien genommen. Er ging auf die verschiedenen Interessen von Unternehmens-Generationen ein, die Berater kennen müssen, um Familienstreitigkeiten vorzubeugen. „Berater müssen hundertptozentig rational bleiben“, sagte er.

Einen anderen Blickwinkel hat Rene Fassbender mitgebracht: Der Astrophysiker und DeepTech-Unternehmer sprach über tokenisierte Geschäftsanteile an GmbHs als Innovationsmotor für die europäische Wirtschaft. „Verträge werden digital abgewickelt und als Smart Contract in der Blockchain hinterlegt“, so Fassbender. Das würde den Notarbesuch die damit verbundenen drei bis sechs Monate Vorlaufzeit sparen. 

Der zweite private-banking-magazin-Talk widmete sich einem heiklen Thema: Asset Protection in Zeiten von Brain Drain und Wegzugsbesteuerung. Dreher sprach mit Steuerrechtsexperte Thomas Sendke und weiteren Gästen darüber, wie Vermögen geschützt werden kann. Konkrete Pläne wegzuziehen, nehmen unter Hochvermögenden zu: Als „sehr stark“ bezeichnen 36 Prozent aller Vermögensberater den Wegzugsdruck ihrer Mandanten (s. linke Abbildung).

Den Abschluss übernahm Michael Bröcker, Chefredakteur bei „Table.Media“. Der Politik- und Wirtschaftsjournalist ordnete ein, was zwischen Hauptstadt und Kapitalmarkt gerade passiert. „Gute Bildung ist der Wirtschaftsmotor von morgen“, sagte Bröcker. Er legte den Finger auf die ländergesteuerte Bildungspolitik.

Ab 18.15 Uhr lud der Kongress zur Abendveranstaltung auf der Innen- und Außenterrasse der BMW-Welt im dritten Obergeschoss.

Der nächste private banking kongress findet am 16. und 17. September in Hamburg statt. Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung zu diesem 40. Jubiläum finden Sie hier.  

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