Anforderungen auf Führungsebene definieren
Was ich bereits über die Mitarbeiter des Private Banking für Unternehmerfamilien gesagt habe, gilt im selben Maß auch für die Führungsebene: Identifizieren Sie sich mit Ihrer Arbeit. Seien Sie nicht einfach dabei, weil irgendjemand die Abteilung nun mal leiten muss, sondern begeistern Sie sich für die Arbeit mit Unternehmern, den wohl außergewöhnlichsten Menschen, denen Sie begegnen können. Und vergessen Sie Plan B: Verfolgen Sie das Ziel Ihrer Abteilung und stecken Sie all Ihre Energie in Plan A.
Ihr Führungsstil unterscheidet sich natürlich, je nachdem, welche Bausteine gegebenenfalls andere Entscheider vor Ihnen im Institut gelegt haben: Steckt Ihre Abteilung von Beginn an im Abstiegskampf oder spielt sie in der Champions League mit? Solche Fragen werden Ihren Führungsstil beeinflussen, doch Ihre Begeisterung für das Private Banking für Unternehmerfamilien darf nicht daran zerbrechen, dass es mal nicht gut läuft oder die Unterstützung im Institut nicht ideal ist.
Beachten Sie auf Führungsebene außerdem, dass sich das PB-UF in einer Hinsicht stark von anderen Abteilungen im Institut unterscheidet: Ihre Mitarbeiter und Berater werden – wie weiter oben skizziert – vor allem danach ausgewählt, wie gut sie sich gegenüber einflussreichen Unternehmern durchsetzen können. Sind also viele Ihrer Mitarbeiter charakterlich Alphatiere, wird deren Führung nicht einfach. Führungskräfte besinnen sich deshalb am besten auf eine Beobachtung, die ich in meinen über 25 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet immer und immer wieder gemacht habe: Als Vorgesetzter im PB-UF bekommt man keinen Respekt, nur weil man nominell in der Hierarchie über den Beratern steht. Alphatiere lassen sich nur durch ein echtes Vorbild führen. Und in Instituten mit Firmenkundenabteilungen ist die Tandem-Führung von Berater-Tandems die hohe Kunst – auf allen Seiten.
Kompetente Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Kapital
Es ist nicht immer einfach, geeignete Mitarbeiter für eine neue Abteilung im Institut zu finden. Noch schwieriger wird es in Bereichen mit hoch spezialisierten Anforderungsprofilen, wie beim Private Banking für Unternehmerfamilien. Wer die Tipps aus diesem Artikel beherzigt, besitzt jedoch zumindest schon mal einen Plan: Er weiß, dass Rekrutierung intern und extern stattfinden sollte. Er weiß, worauf bei den Bewerbern zu achten ist. Und er weiß, wie er frisch gebackene Mitarbeiter langfristig hält und zu großen Leistungen motiviert. Dieses Wissen ist genauso Gold wert wie das Team, das Sie hoffentlich bald Ihr Eigen nennen.
Doch das Team ist in der neuen Abteilung nicht auf sich allein gestellt. Es gilt, seine Mitglieder durch eine effektive Organisation und festgelegte, effiziente Strukturen zusammenzuschweißen. Was es bei der Organisation und Strukturierung Ihrer PB-UF-Abteilung zu beachten gilt und in welche versteckten Fallen Sie ohne einen detaillierten Plan fallen können, zeige ich Ihnen im nächsten Teil der Artikelserie zum Private Banking für Unternehmerfamilien.
Serie Private Banking für Unternehmerfamilien
Teil 1: Vision und Strategie der ganzheitlichen Beratung
Teil 2: Sich bei USP und Markenidentität als Apple der Branche aufstellen
Teil 3: Teilen Sie die Kunden auf keinen Fall in Regionen auf
Teil 4: Angebot und Preispolitik der ganzheitlichen Beratung
Über den Autor:
Dirk Wiebusch ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Unternehmerfamilien (IFUF). Er berät seit mehr als 25 Jahren Familienunternehmen und Unternehmerfamilien. Seine Erfahrung gibt Wiebusch in Seminaren und Vorträgen an Finanzdienstleister weiter.
