Preiskampf unter Fintechs Prospery senkt Robo-Gebühren auf breiter Basis

Dirk-Jan Schuiten ist Geschäftsführer von Prospery, dem digitalen Vermögensberater der niederländischen Bank ABN Amro. | © Prospery

Dirk-Jan Schuiten ist Geschäftsführer von Prospery, dem digitalen Vermögensberater der niederländischen Bank ABN Amro. Foto: Prospery

Der digitale Vermögensverwalter Prospery hat die Preise seiner Angebote Prospery Invest und Prospery Coach angepasst. Ab sofort werde eine Verwaltungsgebühr von 0,69 Prozent jährlich auf ein aktiv verwaltetes Vermögen bis zu 400.000 Euro fällig. Für darüber hinaus zusätzlich investierte Beträge sollen keine weiteren Kosten anfallen, heißt es. Bisher galt für beide Moodelle unisono eine monatliche Pauschale von jeweils 179 Euro.

So ergebe sich etwa bei einem Anlagevolumen von einer Million Euro eine Gebühr von 2.760 Euro sprich 0,28 Prozent. Für Kunden, die mehr als 150.000 Euro bei Prospery anlegen, soll die Betreuung durch einen persönlichen Vermögenscoach nun mit inbegriffen sein. Zuvor war diese Leistung über das eigenständige Angebot Prospery Coach ausschließlich separat zubuchbar. Dies bleibe auch weiterhin möglich.

Für Kunden mit einem Anlagevermögen unter 150.000 Euro fällt zudem eine verringerte Pauschale von 100 Euro pro Monat für das Vermögenscoaching an. Die Mindestlaufzeit beträgt dabei zwölf Monate. Am ohnehin kostenlosen Angebot Prospery View ändere sich nichts. Ziel des umstrukturierten Angebots ist es, für vermögendere Kunden eine Anlaufstelle zu sein und zugleich Anlegern mit kleineren Vermögen einen Einstieg in die professionell gemanagten Investmenstrategien zu ermöglichen.

Prospery - Teil der ABN-Amro-Gruppe - will sich mit dem Faktor Mensch im Wettbewerb der Robo Advisor abheben. Die Coaches und unabhängigen Finanzplaner sollen nach den Zielen der Kunden eine Vermögensstratgie für diese erarbeiten. Das soll auch das neue Preismodell widerspiegeln. „Wir sind der Überzeugung, dass der Mensch unverzichtbar für die Vermögensverwaltung bleibt", sagt Prospery-Chef Dirk-Jan Schuiten.

„Wir ermöglichen unseren Kunden, indirekt in Mandate und erfahrene Fondsmanager zu investieren, die normalerweise institutionellen Kunden vorbehalten bleiben – natürlich auch zu institutionellen Konditionen." Die Investmentexpertise enstehe dabei in Zusammenarbeit mit ABN Amro Investment Solutions, dem Asset Manager der Gruppe.

Nun ist es ein Preiskampf

Bereits seit Februar dieses Jahres erlässt Prospery seinen Kunden des Angebots Prospery Invest bei einer Anlage von bis zu 20.000 Euro bis Ende 2018 die Pauschale. Dabei war der digitale Vermögensberater der niederländischen Bank ABN Amro bereits sehr preissensitiv in den deutschen Markt gestartet.

Den Auftakt im Preiskampf der digitalen Vermögensverwaltungsangebote mache der Berliner Robo Advisor Quirion, indem er die Gebühren für seine Dienste senkte. Jüngst hat zudem der Robo-Berater Werthstein sein Preismodell angepasst, indem keine pauschale Vermögensverwaltungsgebühr mehr erhoben wird.

Zudem startete mit Weltinvest kürzlich erst eine neue Robo-Advisory-Produktreihe des Berliner Fintechs Weltparen mit Preisen am unteren Ende der Skala. Den Eindruck zu hoher Gebühren bekräftigte auch das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ in seinem Test zur computergestützten Geldanlage.