Portfoliomanager des BB Adamant Digital Health „Bei Digital Health trifft Silicon Valley auf das Gesundheitswesen”

Stefan Blum ist Portfoliomanager des Fonds BB Adamant Digital Health von Bellevue Asset Management. | © Bellevue Asset Management

Stefan Blum ist Portfoliomanager des Fonds BB Adamant Digital Health von Bellevue Asset Management. Foto: Bellevue Asset Management

private banking magazin: Zunächst müssen Sie bitte mal erklären, was sich hinter dem Begriff Digital Health verbirgt?

Stefan Blum: Darunter verstehen wir die Adaption von neuen Technologien im Gesundheitswesen. Der Mehrwert zeigt sich in fortschrittlichen medizinischen Behandlungsmethoden, aber auch in dringend benötigten Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Dank disruptiver Technologien wie beispielsweise Sensoren, Konnektivität oder Cloud Computing bringen Unternehmen heute neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt mit positivem Effekt auf die Behandlungsqualität und die Kostenseite. Der Durchbruch von Digital Health zeigt sich unter anderem in Bereichen wie Telemedizin, roboterunterstützte Chirurgie und Blutzuckerüberwachung.

Welches Marktpotenzial haben Digital-Health-Anwendungen in Europa, den USA und global? Warum ist das Potenzial für Effizienzsteigerungen so gewaltig?

Blum: Mit Digital-Health-Anwendungen könnten aktuell im US-Gesundheitswesen bis zu 300 Milliarden US-Dollar eingespart werden, dies durch höhere Preistransparenz, geringere Rehospitalisierungsraten, tiefere Administrationskosten oder auch vereinfachten Zugang zum Gesundheitssystem dank Telemedizin.

Welches sind die medizinischen Zukunftstrends, die noch nicht mehr ganz in den Kinderschuhen stecken, die aber noch nicht von der breiten Investorenschaft entdeckt wurden?

Blum: Der technologische Durchbruch findet abseits des Mainstream statt. Typischerweise sind es die kleineren Unternehmen, die Digital Health-Innovationen vorantreiben wie zum Beispiel im Bereich der Blutzuckerüberwachung. Sensoren zur kontinuierlichen Blutzuckermessung werden mit dem Smartphone und der Cloud vernetzt und warnen dank intelligenter Software-Algorithmen rechtzeitig vor zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerwerten. Damit können Folgeerkrankungen von Diabetes stark reduziert oder gar vermieden werden. Zugleich werden mehr Gelder in die Prävention von schwerwiegenden Erkrankungen investiert, wie beispielsweise Verfahren zur Früherkennung von Vorhofflimmern. In der Orthopädie können spezielle Software-Anwendungen die Flexibilität von Wirbelsäulen für Korrekturen berechnen oder individuelle Implantate via 3D Printing erstellen.

Was sind letztlich die Treiber für eine Strukturveränderung im Gesundheitswesen? Sind es die Kosten? Welche Neuerungen haben das Zeug, diese deutlich zu senken?

Blum: Angesichts globaler Megatrends wie der demografischen Entwicklung, Zunahme von Zivilisationskrankheiten und der damit verbundenen steigenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen muss das Gesundheitswesen effizienter werden, um Kosten einzusparen. Effizienzsteigerungspotenzial sehen wir besonders in Bereichen wie neuen Patientenmanagementkonzepten, ganzheitlich integrierten Dienstleistungskonzepten, neuen Behandlungsabläufen oder fortschrittlichen medizinischen Behandlungsmethoden und -produkten.

Wie setzen Sie die Marktkenntnisse im neuen Aktienfonds BB Adamant Digital Health um?

Blum: Bei Digital Health trifft sozusagen das Silicon Valley auf das Gesundheitswesen. Es ist zwar technologiegetrieben, aber die Spielregeln macht das Gesundheitswesen. Deshalb legen wir auch beim BB Adamant Digital Health Aktienfonds zu allererst unseren Fokus auf die Qualität der klinischen Daten und die Fähigkeit, eine Kostenrückerstattung durch die Versicherer zu erhalten. Das schafft Markteintrittsbarrieren und macht diese Anlage zusätzlich attraktiv.