Außer in Berlin Adler stellt sämtliche Projekte und ein Großteil der Immobilien zum Verkauf

Außer in Berlin
Adler stellt sämtliche Projekte und ein Großteil der Immobilien zum Verkauf
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Baustelle des Grand Central

Baustelle des Grand Central in Düsseldorfs. Auch eines der derzeit größten Wohnungsbauprojekte der Stadt, mit 900 Wohnungen, steht zum Verkauf. Bildquelle: Imago Images / Hans Blossey

Adler will sich zukünftig als Asset-Manager und Verwalter ausschließlich auf Berlin konzentrieren und stellt jenseits von Berlin sämtliche Projekte zum Verkauf. So Thierry Beaudemoulin, Vorstandsvorsitzende des Immobilien-Konzerns zum Branchendienst Thomas Daily. Adler werde demnach etwa ein Drittel seiner Immobilien und Projekte verkaufen. Unter anderem sollen auch Prestige-Objekte wie das „Grand Central“ in Düsseldorf, das „Holsten-Quartier Hamburg“ oder den „VAI Campus Stuttgart-Vaihingen“ veräussert werden.

Schon zum Jahreswechsel hält Beaudemoulin „Lösungen“ für die stockenden Projekte in Hamburg und Düsseldorf für möglich, die dann den Kommunen präsentiert werden könnten. Auch der Verkauf der „Wasserstadt“ in Berlin passe zur neuen Strategie, denn dort sei kaum mehr mit nennenswerten Mietsteigerungen zu rechnen. Relativ schnell stellte er die Einigung mit einem neuen Wirtschaftsprüfer in Aussicht, nachdem KPMG hatte der Adler Group im Mai 2022 dem börsennotiertes luxemburgisches Immobilienunternehmen den Rücken gekehrt.

Neue Wirtschaftsprüfer

Avega, ein in Luxemburg ansässiger Wirtschaftsprüfer erklärt sich zudem bereit, „eine Bestellung zum Abschlussprüfer für den Einzel- und Konzernjahresabschluss der Adler Group für das Geschäftsjahr 2022 sowie 2023 anzunehmen“. Auf der Hauptversammlung am 27. November sollen die Dienste des Unternehmens offiziell bestellt werden, erklärte der Wohnungskonzern. Die Adler Group hat ihren Sitz ebenfalls in Luxemburg und war laut Thomas Daily durch Missmanagement sowie Vorwürfe des Leerverkäufers Fraser Perring ins Trudeln geraten.

 

Eine Folge davon war, dass KPMG im Mai 2022 die Zusammenarbeit beendete. Seither war Adler auf der Suche nach einem Prüfer – ein nie da gewesener Fall unter börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Selbst nach einem von Adler erwirkten Gerichtsbeschluss lehnte KPMG eine weitere Zusammenarbeit ab. Im April wurde für die Tochter Adler Real Estate Rödl & Partner für diesen Auftrag und die Jahreszahlen 2022 verpflichtet, die jedoch nicht auch die Muttergesellschaft prüfen. Die Prüfer aus Nürnberg haben zudem keine Zulassung für Luxemburg.

Um die Prüfung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaft Consus Real Estate hingegen wird sich die deutsche Prüfungsgesellschaft Morison Köln kümmern. Weitere Bilanzen einzelner Adler-Objektgesellschaften in Deutschland werden von der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung Domus geprüft. Geprüft werden muss jeweils nicht nur das laufende Geschäftsjahr, sondern auch das zurückliegende Geschäftsjahr 2022. 

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