Podcast „Die ETF-Industrie hat im defensiven Bereich ein Problem“, sagt Eckhard Sauren

Eckhard Sauren spricht im Podcast "For Professional Investors Only" über den Relaunch von Sauren und seinen aktuellen Blick auf den Markt

Eckhard Sauren spricht im Podcast "For Professional Investors Only" über den Relaunch von Sauren und seinen aktuellen Blick auf den Markt Bildquelle: Sauren /Edelstoff Media mit KI

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Erst musste der Kölner Dom weichen. Der stand mal im Logo, und Eckhard Sauren hängt bis heute ein bisschen daran, „das ist für den Kölner natürlich besonders schwierig“. Beim aktuellen Relaunch fiel das Loslassen leichter: über ein Jahr Arbeit, ein Agenturpitch, neues Signet, neue Farbwelt. Am Ende steht ein Claim aus zwei Wörtern: Fondsmanager entscheiden.

Doppeldeutig, und zwar mit Absicht. Fondsmanager treffen Entscheidungen – und Fondsmanager sind das Entscheidende. Ein Bekenntnis zum aktiven Management in einer Marktphase, in der der Reflex meist „nimm doch einen ETF“ lautet.

Die Pointe: Genau das Thema, das die passive Industrie zwei Jahre lang getragen hat, dreht gerade. Als noch die Mag 7 alles dominierten, war das paradiesisch für Indexfonds, alles floss in die sieben höchstgewichteten Werte. Seit rund zwölf Monaten läuft der Investitionsboom in die Breite. Sauren rechnet vor: Ein Manager für US-Small- und Micro-Caps liegt in diesem Jahr über 20 Prozent im Plus, getrieben ausgerechnet von Industriewerten, deren Auswahl per Ende Juni im Schnitt rund 50 Prozent zulegte. Es waren Bauteile für Server-Racks, Kühlung, Glasfaser. Nicht Nvidia.

Gleichzeitig wird der Markt brutal launisch. In Asien machen TSMC, Samsung und SK Hynix inzwischen über 30 Prozent des Schwellenländer-Index aus. Im Mai und Juni schafften asiatische Growth-Manager im Schnitt fast zehn Prozent, pro Monat. Value lag im Minus. Aktuell ist es exakt umgekehrt: Growth zweistellig im Minus, Value im Plus. In Korea vergeht kaum ein Tag mit weniger als fünf Prozent Ausschlag.

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Für einen Dachfondsanbieter ist das ein Minenfeld und zugleich ein Argument. Denn wer nur auf Charts schaut, verwechselt Glück mit Können: „Das kann super schnell zu Fehlentscheidungen führen, weil dann einfach mal ein Manager gerade das richtige Thema gespielt hat, aber möglicherweise nicht Alpha generiert hat“, sagt Sauren im Podcast. Das größere Risiko liegt woanders: Wer einen Nasdaq-ETF und einen Asien-Growth-Fonds kombiniert, kauft zweimal denselben Treiber, ohne es zu merken.

Wie fein die Unterschiede sind, zeigt eine Episode, die Sauren „Fondsmanager-Kino“ nennt: Als SK Hynix in New York ein ADR platzierte, tauschte ein Manager rund die Hälfte seiner koreanischen Position dorthin um. In drei Handelstagen lagen die US-Papiere 20 Prozent besser. Ein ETF hätte das nicht gekonnt.

Interessant wird es, wenn Sauren den Spieß umdreht und über sein eigenes Haus spricht. Die KI läuft bei Manager-Webinaren mit, fasst Calls zusammen, protokolliert Gesprächsnotizen. Zehn Webinare parallel sind ihr egal. Nach einer New-York-Reise spart das anderthalb Stunden. Nur beim letzten Schritt zieht der Dachfonds-Veteran eine harte Linie: Das Investmentfazit nach einem Termin schreibt bis heute der Mensch. Die Begründung: Die Maschine komme „doch immer noch ein bisschen wachsweich“ daher.

Und dann ist da noch das Projekt, auf das er sich am meisten freut: das Altersvorsorgedepot. Ein Markt, in dem plötzlich Millionen Menschen eine Entscheidung treffen müssen, die Jahrzehnte trägt. Wie genau das funktioniert und worauf Eckhard Sauren jetzt setzt, darüber spricht Eckhard Sauren im Podcast.

 

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