Neue Investmentgesellschaft „Wir kombinieren die Stärken von Family Offices und Private Equity“

Claudius Graf von Plettenberg, Mitgründer von Plettenberg Familienkapital.

Claudius Graf von Plettenberg, geschäftsführender Gesellschafter der neuen Investmentgesellschaft Plettenberg Familienkapital. Foto: Claudius Graf von Plettenberg

private banking magazin: Welche Idee steckt hinter Plettenberg Familienkapital? Was unterscheidet Sie von einem gewöhnlichen Private-Equity-Investor oder einem Family Office als Investor?

Graf von Plettenberg: Plettenberg Familienkapital kombiniert die Stärken von Family Offices und Private Equity. Wir agieren als Familie mit den dazugehörigen Werten und Verhaltensweisen. Dabei investieren wir eigenes Kapital, sowie das Kapital anderer Familien und Privatpersonen, was es uns ermöglicht, unabhängig und langfristig zu agieren.

Zeitgleich bieten wir aufgrund unserer langjährigen beruflichen Erfahrung im Bereich Unternehmensführung und Private Equity die gesamten Stärken und Vorteile von Private Equity und können somit ein Unternehmen zuverlässig in die nächste Wachstumsphase führen.

Ihr Unternehmensmotto lautet: „Wir sprechen die Sprache des Mittelstands“ – wie hört sich diese Sprache denn an? 

Graf von Plettenberg: Die Sprache der Familienunternehmen ist recht einfach: Innovationsfreude, Integrität und Zuverlässigkeit verbunden mit Verantwortungsbewusstsein für das Unternehmen, die Belegschaft und die Gesellschaft.  

Sie agieren selber als Familienunternehmen: Welche Vorteile bringt das mit?

Graf von Plettenberg: Das gegenseitige Vertrauen ist sicherlich tiefer als in anderen Organisationen. Dadurch sind Entscheidungsprozesse deutlich schneller und weniger aufwendig. Zudem kennen wir die Stärken und Schwächen voneinander seit vielen Jahrzehnten. Daher können wir sehr effizient und zielgerichtet die Aufgaben verteilen.

 

 

Sie sprechen die Zusammenarbeit mit ihrem Vater und Bruder an. Ihr Bruder Johannes ist Geschäftsführer der Lovehoney Gruppe, weltweiter Marktführer für Sexspielzeuge im Premium-Segment, ihr Vater Nikolaus Graf von Plettenberg war lange selbst Unternehmer. Sie bringen jahrelange Erfahrung aus der Private-Equity-Branche mit. Mal ehrlich: Kommt es da zwischen Brüdern und dem Vater da nicht auch mal zu Kompetenzgerangel?

Ich würde sagen nicht mehr, aber auch nicht weniger als in anderen Organisationen. Unsere unterschiedlichen Erfahrungshintergründe sind aber eine wichtige Säule für den Erfolg unseres Vorhabens. Jeder bringt seine Sichtweise konstruktiv ein und am Ende wird gemeinsam entschieden. Hitzige Diskussionen muss man sportlich sehen. Auf dem Fußballfeld wird ja auch gekämpft und am Ende trinken alle wieder ein Bier miteinander. 

Wie gelingt es Investoren, mögliche Vorbehalte von Familienunternehmern abzubauen?

Graf von Plettenberg: Ich denke, hier ist in den letzten Jahren viel passiert und die Vorbehalte haben sich deutlich abgebaut. Je mehr Investoren sich als zuverlässiger und integrer Partner auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung, der Belegschaft und den Mitgesellschaftern verstehen, desto schneller werden die verbleibenden Vorbehalte abgebaut.

Die ersten Gespräche scheinen gut zu laufen, das Interesse von Unternehmensseite da zu sein. Was macht Investments in Familienunternehmen für beide Seiten lukrativ?

Graf von Plettenberg: Familienunternehmen denken in ihrer Unternehmensführung deutlich langfristiger. Daher wurde in der Regel permanent investiert und kontinuierlich Forschung und Entwicklung betrieben, die Belegschaft hat eine enge Verbundenheit zum Arbeitgeber und das Unternehmen ist fest in der Region verankert. Für seine Kunden sind die Unternehmen seit vielen Jahrzehnten verlässliche Partner. 

Unternehmer suchen hingegen nach einem verlässlichen Partner, mit dem sie ihr Unternehmen weiterentwickeln können oder dem sie ihr Lebenswerk komplett anvertrauen. Hier genießen wir aufgrund unserer Aufstellung einen großen Vertrauensvorschuss, den wir mit allem Ansporn erfüllen wollen.

Welche Merkmale müssen Unternehmen mitbringen, um für ein Investment in Frage zu kommen?

Graf von Plettenberg: Wir haben keinen spezifischen Branchenfokus. Allerdings investieren wir lediglich in Unternehmen, die über langfristig etablierte Geschäftsmodelle und nachhaltige Profitabilität verfügen. Wir engagieren uns in Nachfolgesituationen, sind aber ebenso ein Partner für einen „Owners Buyout“. In diesem Szenario bleiben die alten Gesellschafter mit an Bord – sowohl im Management als auch in der Kapitalstruktur. Durch den Teilverkauf können die Verkäufer eine gewisse Vermögensdiversifizierung erreichen. Gemeinsam führen wir das Unternehmen dann in die nächste Wachstumsphase und bereiten – wenn gewünscht – eine mittelfristige Nachfolgelösung vor.

Warum wird Private Equity in Familienunternehmen in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen?

Graf von Plettenberg: Mehr und mehr Familienunternehmen können keine familieninterne Nachfolge mehr darstellen. Daher stellt sich die Frage, wie das Lebenswerk einer Familie weitergeführt wird. Hier hat sich Private Equity in den letzten Jahren immer mehr den Ruf als verlässlicher Partner verdient. Mit Plettenberg Familienkapital bieten wir eine echte Alternative, die gewährleistet, dass die familiäre Kultur durch einen Verkauf nicht verloren geht und zeitgleich das Unternehmen gut aufgestellt in die Zukunft gehen kann.

Über den Gesprächspartner:

Claudius Graf von Plettenberg ist geschäftsführender Gesellschafter bei Plettenberg Familienkapital. Er hat langjährige Erfahrung in der Investmentbranche und war unter anderem für die Private-Equity-Gesellschaft Aurelius Wachstumskapital sowie für den Mittelstandsfinanzierer Rantum Capital in führenden Positionen tätig.