Pläne von Investmentchefin Anja Mikus Atomfonds investiert nun auch in Private Equity

Ein symbolisches Fass für Atommüll: Der Atomfonds trägt die Kosten für die Entsorgung radioaktiven Abfalls. | © Pixabay

Ein symbolisches Fass für Atommüll: Der Atomfonds trägt die Kosten für die Entsorgung radioaktiven Abfalls. Foto: Pixabay

Die Anlagespezialisten des 2017 gegründete Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, kurz „Kenfo“, wollen nun auch in nicht-börsennotierte Unternehmensbeteiligungen investieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und verweist auf ein Interview mit Anja Mikus. Sie ist Vorstandsvorsitzende (CEO) und Investmentchefin (CIO) des Atomfonds.

Der Fonds trägt die Entsorgungskosten für Atommüll aus den deutschen Kernkraftwerken und verwaltet einen Kapitalstock von 23,6 Milliarden. Von dieser Summe hat Kenfo 11 Milliarden Euro mit Hilfe externer Anlagespezialisten und unter Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien (ESG) in Aktien und Anleihen investiert.

Laut Bloomberg hat der Atomfonds bislang 17 Mandate an Anlagegesellschaften vergeben. Die Größe der Mandate liegt jeweils zwischen 250 Millionen und 1,8 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Vermögens liegt aber weiterhin auf Konten der Bundesbank und verursacht Kosten. 2018 zahlte der Fonds 86,4 Millionen Euro Negativzinsen an die Bundesbank.

Mikus und ihre Kollegen wollen ein breit gestreutes Portfolio aufbauen. Auf ihrem Einkaufzettel stehen illiquide Vermögensgegenstände wie Immobilien, Infrastrukturprojekte und nicht börsennotierte Unternehmensbeteiligungen. 

Dem Bericht zufolge beginnt nur die nächste Investitionsphase. Demnach sollen etwa 30 Prozent der Anlagemilliarden in nicht-börsennotierte Anlagen fließen. „Wir werden wahrscheinlich bis zum Jahresende die ersten Anteile an Private-Equity-Fonds zeichnen”, kündigt Mikus an. Laut Bloomberg hat Mikus zwei externe Manager an Bord geholt. Die Investmentchefin beabsichtige, weltweit nach der höchstmöglichen Rendite zu suchen und als nächstes in Immobilien, Infrastruktur und auch Private Debt zu investieren. 

Im Zeitraum von Juli 2017 bis September 2019 habe der Fonds im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 7,5 Prozent erwirtschaftet. Die Performance sei das Ergebnis einer guten Entwicklung bei Unternehmensanleihen mit langer Laufzeit sowie aktiv verwalteten Aktienfonds.

„Kenfo“ beschäftigt dem Bericht zufolge neben der Führungsriege 20 Mitarbeiter. Davon arbeiten neun Personen in der Kapitalanlage einschließlich Risikomanagement.