Pictet-Event in Hamburg Megatrends verheißen hohe Renditen

Marie-Laure Schaufelberger (l.) und Alexandre Tavazzi bei der Fragerunde.

Marie-Laure Schaufelberger (l.) und Alexandre Tavazzi bei der Fragerunde.

Was bedeuten die aktuellen Handelskriege für die Märkte? Sind die Warnungen vor einer Rezession berechtigt oder sollte man genauer hinschauen? Und wo winken künftig die besten Renditen? Antworten auf diese und weitere Fragen gaben die Experten der Schweizer Privatbank Pictet im Hamburger Hotel „The Fontenay“.

Gemeinsame Schnittmenge von Pictet- und Kunden-DNA

Den Anfang machte Armin Eiche. Bei seiner Begrüßung der gut 50 geladenen Gäste verwies der Deutschlandchef des Pictet Wealth Management auf die gemeinsame Schnittmenge der Bank und ihrer Kunden: Als Privatbank könne man die Strategie ohne Druck von Aktionären selbst bestimmen. Ergebnis sei ein langfristiger Ansatz und die volle Konzentration auf das Asset Management für private und institutionelle Anleger.

Welche Sicht die Genfer dabei auf die aktuellen Handelskriege und ihre Auswirkungen auf die Märkte haben, erläuterte Global Strategist Alexandre Tavazzi. Sein Appell: Anleger sollten nicht den Schlagzeilen vertrauen, sondern stattdessen genauer hinschauen. So seien im Fall der USA zwar durchaus Auswirkungen des Handelsstreites auf das Bruttoinlandsprodukt zu erwarten, diese dürften mit einem Minus von circa 0,4 Prozent aber eher niedrig ausfallen.

Staaten wie Argentinien, die Türkei oder auch Großbritannien dürften zwar Probleme bekommen, jedoch ohne dass diese eine Gefahr für die Weltwirtschaft darstellen würden. Statt sich von immer neuen Nachrichten, Aufregerthemen und Tweets ablenken zu lassen, sollten Anleger lieber einen Schritt zurücktreten und eine langfristige Perspektive einnehmen.

Megatrends entwickeln sich langsam, aber sicher

Was das für Pictet konkret bedeutet und wo aus diesem Blickwinkel gute Renditen winken, erklärte im Anschluss Thematic Expert Marie-Laure Schaufelberger. Sie verwies auf Megatrends wie Nachhaltigkeit, Demographie, Robotik oder Digitalisierung. Hier lägen große Renditechancen, da die Menschen künftig zunehmend bereit seien, für sauberes Wasser, gesunde Nahrung oder gute Gesundheitsversorgung mehr zu zahlen.

Das geschehe natürlich nicht über Nacht, sondern benötige einige Zeit. Zumal die Digitalisierung aller Lebensbereiche noch ganz am Anfang stehe. Auch Schaufelberger plädierte daher für einen langfristigen Ansatz. Und nahm es zum Schluss noch mit Tesla-Chef Elon Musk auf: Der hatte angesichts der hinterherhinkenden Tesla-Produktion die fortschreitende Automatisierung infrage gestellt und erklärt, statt Maschinen sei der Mensch die Lösung. „Noch“, so Schaufelberger.