Philipp Vorndran „Es gibt verlockende Alternativen zu Griechenland-Anleihen“

Philipp Vorndran, Chefstratege von Flossbach von Storch

Philipp Vorndran, Chefstratege von Flossbach von Storch

Obwohl die Renditen bei griechischen Anleihen mit etwa 6 Prozent hoch sind, würde Philipp Vorndran nicht in diese Papiere invertieren. „Es besteht doch das Risiko, dass sie über die Laufzeit der Anleihen mal zur Kasse gebeten werden“, warnt der Chefstratege von Flossbach von Storch im Interview mit N-TV. Er sehe jedoch Alternativen mit ähnlich hohen Zinssätzen, die viel verlockender seien. Zum Beispiel eine zehnjährige neuseeländische Anleihe, die 4,4 Prozent bringe. „Da haben Sie eine Volkswirtschaft, die funktioniert und die ein Geschäftsmodell hat“, begründet Vorndran.

Auch die Garantie der EZB mache die griechischen Papiere nicht sicher „Die Frage ist, wer ist final der Lender of Last Resort (übersetzt heißt das so viel wie „der allerletzte Kreditgeber“, Anmerkung der Redaktion) – Ist es die EZB? Ist es die Bundesregierung? Oder ist es der deutsche Wähler?“ gibt Vorndran zu bedenken. „Die Bundesregierung war pro Atomkraft, solange das dem deutschen Wahlbürger zu kommunizieren war“, erläutert Vorndran am Beispiel von Fukushima. „Als sich das geändert hat, hat sich die Politik der Bundesregierung geändert.“ Sowas könne bei einer pragmatischen Kanzlerin morgen auch passieren, wenn die Stimmung bezüglich des Euros kippt.

Qualitätsaktien hingegen würden mehr Sicherheit ins Depot bringen. „Sie haben eine höhere Volatilität, die müssen sie akzeptieren“, erinnert er jedoch die Anleger. In einer Marktwirtschaft würde aber Eigenkapital – also Aktien – langfristig immer mehr rentieren also Fremdkapital – also Anleihen. „Wir Deutschen legen in der Masse leider Geld an wie im Kommunismus“, wird Vorndran deutlich. „Wir sind davon überzeugt, dass Fremdkapital mehr rentiert als Eigenkapital – das geht so nicht.“