Pflegeimmobilien „Viele Käufer zahlen zu viel“

Pflegeimmobilien: „Viele Käufer zahlen zu viel“

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Die Nachfrage nach Pflegeimmobilien hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. War dieses Marktsegment bis vor Kurzem noch ein Geheimtipp für Spezialisten, wagen sich inzwischen immer mehr (und zum Teil branchenunerfahrene) Investoren an diese Asset-Klasse. Das ist verständlich: Pflegeimmobilien bieten solide Renditen und auf Grund der Demografie eine gute, langfristige Wachstumsperspektive.

Allerdings hat der Run auf diese Asset-Klasse auch deutliche Spuren im Markt hinterlassen. Vor allem sind die Kaufpreise stark gestiegen – bei Core-Objekten bis zu 20 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Gleichzeitig wird das Angebot an guten Objekten knapp. Investoren scheint dies noch wenig zu beeindrucken. In der Praxis zeigt sich, dass zunehmend auch B- und C-Objekte verkauft werden, um die erfahrene Investoren vor einigen Jahren noch einen Bogen gemacht hätten – und das häufig nicht billig.

Viele Käufer zahlen zu viel

Im Umkehrschluss bedeutet das: Viele Käufer zahlen zu viel oder holen sich Risiken ins Portfolio, die sie in der Regel nicht kennen oder zumindest unterschätzen. Und während im Finanzmarkt ein höheres Risiko in der Regel mit der Aussicht auf eine höhere Rendite vergütet wird, ist im Markt für Pflegeimmobilien zurzeit das Gegenteil der Fall: Die Risiken für Käufer steigen eher, während die durchschnittliche Bruttoanfangsrendite zuletzt leicht gesunken ist.

 Mit Immobilienrenditen von rund 6,5 Prozent sind Pflegeimmobilien immer noch ein äußerst attraktives Investment. Allerdings sollten Investoren in der aktuellen Marktlage bei der Objektauswahl sehr kritisch hinschauen. Es gilt, genau zu prüfen, ob das Objekt sich wirklich langfristig zu den geplanten Konditionen bewirtschaften lässt beziehungsweise den geforderten Preis wert ist.