Fuchs | Richter Prüfinstanz Nur wenige Vermögensverwalter schlugen zuletzt die ETF-Benchmark

Christine Lagarde mit Peter Tschentscher, Bürgermeister der Hansestadt Hamburg

Christine Lagarde mit Peter Tschentscher, Bürgermeister der Hansestadt Hamburg: Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank trug sich Ende April in das goldene Buch der Stadt ein. Im Laufe des Jahres wird sie wohl die Zinswende moderieren müssen – und Vermögensverwalter darauf reagieren. Foto: Imago Images / aal.photo

Die vermögensverwaltenden Konzepte, die die Fuchs | Richter Prüfinstanz im Performance-Projekt VII seit dem Start im Oktober 2021 untersucht, hatten tatsächlich keinen leichten Auftakt in den Wettbewerb. Die anfangs 39 Anbieter aus den Segmenten Private Banking und Wealth Management mussten direkt eine Menge Unwägbarkeiten umschiffen: Die Inflation verschwindet nicht mehr, die Zentralbanken reagieren mit der Zinswende und Russland hat die Ukraine und den Frieden in Europa angegriffen. Im Vergleich zur Benchmark konnten deshalb nicht alle Anbieter zum Auftakt des Projekts überzeugen.

Während Ende 2021 noch zehn Anbieter das Benchmark-Portfolio schlagen konnten, sind es derzeit immerhin zwölf vermögensverwaltende Konzepte, die mehr Rendite brachten. Allerdings ist auch die Zahl der Teilnehmer mittlerweile auf 44 gestiegen. Am besten performte bisher die Fis Privatbank, die die 2 Millionen Euro Anfangsvermögen auf über 2,4 Millionen Euro ausbauen konnten. Der große Teil der Anbieter blieb allerdings klar hinter der Benchmark zurück, die sich aus einem ETF-Portfolio zusammensetzt.


Sowohl das Benchmark-Portfolio als auch die Vermögensverwalter richten sich nach den Bedürfnissen eines fiktiven Projektkunden: Er ist demnach ein vermögender Privatier, der 2 Millionen Euro mittels einer diskretionären Vermögensverwaltung investieren möchte, um einen stetigen Wertzuwachs zu erhalten. Das Minimalziel ist ein nomineller Werterhalt seines Vermögens. Außerdem möchte der Kunde jedes Jahr 20.000 Euro für Konsum entnehmen und einen maximalen Verlust von 20 Prozent tolerieren.

Das Benchmark-Portfolio basiert auf einem Anlagevorschlag des Portals justetf.com, welches nach Erwartungen, Präferenzen und seiner Risikoneigung ausgearbeitet wurde. Für den Projektkunden ergibt sich folgende Aufstellung:

Weil nicht nur die Rendite entscheidend ist, hat die Prüfinstanz zusätzlich ein Punktesystem erdacht. In dieses Punktesystem fließen zu 50 Prozent die Rendite, zu 30 Prozent das Performancemaß Omega und zu 20 Prozent das Risikomaß Sortino Ration ein. Während die Benchmark pro Quartal 100 Punkte erhält, bekommen die teilnehmenden Portfolios jeweils mehr oder weniger Punkte, wenn sie in der jeweiligen Bewertungskategorie besser oder schlechter als die Benchmark abschneiden. Zudem werden Maluspunkte beim Reißen der fiktiven Risikotoleranz des Kunden oder fehlender Liquidität vergeben. Nach Punkten schlagen derzeit nur sieben Anbieter die Benchmark.

Erdacht wurden die Bewertungsmaßstäbe zum Projektbeginn 2017 gemeinsam mit dem Center of Asset and Wealth Management von der WHU Koblenz Vallendar. Das Zentrum wurde auf Initiative der Fuchs | Richter Prüfinstanz und des heutigen Universitätsrektors, Prof. Markus Rudolf, gegründet. Die genauen Ergebnisse des Performance-Projekts sind nach Registrierung auch online einsehbar – genauso wie nähere Informationen zu den Bewertungsmaßstäben. Das Projekt läuft insgesamt 5 Jahre.